E.L.I.T.E Dental Gruppe
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Abformung, Abdruck
möglichst naturgetreue Abformung des Kiefers oder der Zähne. Die Negativform wird zur Weiterverarbeitung mit speziellen Hartgipsen ausgegossen. Bei präparierten Zähnen werden unterstützend zur exakten Abformung vor der eigentlichen Abdrucknahme Retraktionsfäden gelegt: Die Abdrucknahme erfolgt mit eigens für den jeweiligen Kiefer angefertigten individuellen Schablonen (Individuellen Löffeln). Die Abdrücke müssen je nach Material mit einem Modellgips ausgegossen werden und können dann in einem Zahnlabor weiter verarbeitet werden.
abgestützte Prothese
herausnehmbarer Zahnersatz im teilbezahnten Kiefer, welcher an den vorhandenen eigenen Zähnen durch Klammern oder andere Konstruktionen gehalten und an diesen abgestützt wird. Da eigene Zähne beim Kauakt mitbeteiligt sind, kann der Kaudruck auf den Ersatz wesentlich höher sein ( "Gefühl eines besseren Bisses"). Der Abbau der Kieferknochen ist geringer unter dieser Prothesenart. Als Stützelemente können Halteklammern mit Auflagen oder spezielle Konstruktionen (Geschiebe, Riegel, Stege, Teleskope usw.) verwendet werden.
Abrasion
in der Zahnmedizin versteht man darunter die übermäßige Abnutzung der Kauflächen und der Zwischenräume (Kontaktpunkte) der Zähne. Dabei senkt sich der Biss ab und gleichzeitig können die Zähne nach vorwärts wandern. Neben einem natürlichen Abnutzung entstehen Abrasionen durch Knirschen und Pressen (Parafunktionen). Die durch die A. verursachte Senkung des Bisses kann - speziell bei Parafunktionen - zu Beschwerden im Kiefergelenk führen und muß zahnärztlich behandelt werden.
Abszeß
durch Bakterien verursachte begrenzte, abgeschlossene Eiteransammlung. Neben den Zahnwurzelabszessen treten auch Zahnfleischtaschenabszesse auf. Neben der Ausschaltung der Ursachen (Reinigung der Zahnfleischtasche, Aufbohren des Zahnes zwecks Abtötung der Bakterien) können die Einnahme von Antibiotika im Anfangsstadium der Erkrankung nützlich sein.
Adhäsion
Unter A. versteht man die Anziehungskraft ("Klebekraft") zwischen den Molekülen verschiedener Körper. Die Adhäsionsprothese bedient sich dieser Kräfte zum Halt der Prothesenbasis an der Schleimhaut. Ein wichtiger Faktor ist hierbei der Speichel. Verstärkt werden können diese Klebkräfte durch Haftmittel (Cremes, Pulver).
Ästhetische Zahnmedizin
Da der Begriff Ästhetik und dessen Bedeutung für den einzelnen Patienten nicht einer einheitlichen Norm unterliegen, sondern häufig eine Geschmacksache ist, ist der Sinn u. Nutzen der Ä. Z. umstritten. Die klassische Zahnmedizin orientiert sich an einer an der Natur ausgerichteten individuellen Wiederherstellung des Gebisses durch Füllungen und Zahnersatz, die Ä. Z. hingegen verfolgt die Durchführung von häufig dem natürlichen Alter nicht angepaßten Verschönerungen durch verschiedene Maßnahmen wie Bleichen von Zähnen (Bleaching), Zahnformkorrektur durch Composites und keramischen Veneers (Verblendschalen), kieferorthopädischer Behandlung beim Erwachsenen, Jacketkronen und anderen Maßnahmen. In jedem Fall aber Fall müssen vor einer Behandlung nach der Ä. Z. Kostenzusagen von den Krankenversicherungen eingeholt werden, da viele Kostenträger derartige Behandlungen nicht erstatten.
Ah-Linie
konstruierte Linie am hinteren Gaumen als Übergang vom harten in den weichen Gaumen. Hier endet die hintere Ausdehnung von Totalprothesen.
Aktive Platte
der Laie sagt dazu auch Regulierung, Klammer, Spange; herausnehmbarer kieferorthopädischer Apparat, häufig versehen mit einer Dehnschraube zum Vergrößern von Ober- und Unterkiefer bei nicht genügendem Platzangebot für die bleibenden Zähne. Hilfselemente aus gebogenem Draht ermöglichen Einzel- und Gruppenbewegungen von Zähnen oder Zahngruppen in allen drei räumlichen Richtungen.
Akut
zumeist mit Schmerzen verbundenes, plötzlich auftretendes Krankheitsbild.
Alginat
eines der gebräuchlichsten Abformmaterialien zur Darstellung von Ober- und Unterkiefer. Durch Mischen des Alginatpulvers mit Wasser entsteht eine Paste, welche nach Abbindung und der Entnahme aus dem Mund mit Modellgips ausgegossen wird.
Alveole
Zahnfach im Kieferknochen, die der Form der Zahnwurzel entspricht der Aufnahme des Zahnes dient. Es kann je nach Anzahl der Zahnwurzeln pro Zahn mehrere Alveolen geben. Die Alveole stellt den knöchernen Anteil des Parodontiums dar.
Amalgam
wird heute noch in der Zahnmedizin als Füllungsmaterial unter dem Begriff „Silberamalgam“ verwendet; unter Amalgam versteht man eine Legierung aus den Metallen Silber, Zinn und Quecksilber. Anwendung findet A. vorwiegend im nicht sichtbaren Bereich der Backenzähne. Vorteile von Amalgamfüllungen sind die geringen Kosten, die einfache Verarbeitung durch den Zahnarzt und die relativ lange Haltbarkeit. Nachteilig wirken sich die unbefriedigende Ästhetik aus und die Notwendigkeit, viel Zahnsubstanz für die Kavität der Füllung zu opfern; zusätzlich zur Umweltbelastung sind der Zahnarzt und seine Mitarbeiter einer gesundheitlichen Gefährdung während der Behandlung ausgesetzt und das Material enthält eine potentielle allergische und toxische Gefährdung des Patienten.
Ankerzahn
gesunder und stabiler Zahn, der zur Abstützung und/oder Befestigung von herausnehmbaren Prothesen dient. Bei der Verankerung von Brücken spricht man vom Pfeilerzähnen.
Antagonist
in der Zahnheilkunde Gegenkörper, Gegenzahn, d.h. der Zahn (Zähne), der (die) beim Schließen der Kiefer auf seinen Antagonisten trifft.
apikal
Lagebezeichnung: an der, bzw. zur Wurzelspitze eines Zahnes zeigend.
approximal
zwischen zwei nebeneinander stehenden Zähnen gelegen; dem Nachbarzahn zugewandt.
Approximalfläche
Seitenfläche eines Zahnes (zum Nachbarzahn hin). Man unterscheidet eine vordere (mesiale) und hintere (distale) Fläche. Wegen schlechter Zugänglichkeit mit der Zahnbürste und ungenügender Mundpflege häufiger Sitz von Karies und Zahnfleischerkrankungen.
Arbeitsseite
die Kauseite eines Kiefers während der Zerkleinerung von Nahrung. Gleichzeitig dient die andere Kieferseite zum Führen und zur Abstützung des Unterkiefers als Balanceseite.
Artikulation
Verschiebung der Zahnreihen gegeneinander unter ständigem Kontakt von Zähnen des Ober- und Unterkiefers.
Artikulator
Gerät, welches mit eingesetzten Kiefermodellen eines Patienten außerhalb des Mundes eine annähernde Nachahmung der natürlichen Kaubewegungen simuliert. Vor allem beim Anfertigen von Zahnersatz im zahntechnischem Labor (Dentallabor) gebräuchlich.
Aufbißschiene
herausnehmbares Behandlungsgerät (meistens aus Kunststoff gefertigt) zur Behandlung von Kiefergelenksbeschwerden, zur Vermeidung des Zähne-Knirschens, zur Stabilisierung von gelockerten Zähnen und bei der kieferorthopädischen Behandlung.
Aufwachstechnik
in der Zahntechnik spezielle Technik zum Wiederaufbau der Kauflächen beschliffener Zähne; Ziel ist Wiederherstellung der natürlichen Gebißfunktion.
Augmentation
chirurgische Erhöhung eines atrophierten (reduzierten) Kieferkammes zur Verbesserung des Prothesenlagers. Als Aufbaumaterialien kann eigenes Knochenmaterial oder andere gewebefreundliche Ersatzmaterialien dienen.

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Bakterien
In der Mundhöhle befinden sich etwa 50 Millionen verschiedene Bakterien, von denen die meisten völlig harmlos und teilweise für den Organismus sogar lebensnotwendig sind. In der Zahnmedizin heißt das gefährlichste Bakterium Streptoccocus mutans. Selbst auf den glatten Zahnoberflächen nistet es sich ein, verdaut kohlehydrathaltige Nahrung und schädigt mit seinen sauren Stoffwechselprodukten die Zahnoberfläche, was wiederum die Entstehung von Karies zur Folge hat. Vereiterungen im Kieferbereich werden häufig durch Staphylokokken verursacht.
Balanceseite
die "Nichtkauseite" eines Kiefers.
Basisbrücke
zum Ersatz von fehlenden Zähnen, wobei die Brückenglieder möglichst punktförmig bzw. linienförmig auf der Kieferschleimhaut aufliegen. Im sichtbaren Bereich aus kosmetischen Gründen zwingend nötig; aus hygenischen Gründen sollten die Brückenglieder im nicht sichtbaren Bereich zum Kiefer hin offen gestaltet werden (Schwebebrücke).
Befestigungszemente
Produkte zur Befestigung von festsitzendem Zahnersatz, meistens auf der Basis von Phosphatzement. In den letzten Jahren kommen vermehrt Zemente auf Kunststoffbasis zum Einsatz, die einen teilweise erheblich besseren Haftwert aufweisen. Der Zementspalt (der Hohlraum zwischen Zahnersatz und beschliffenem Zahnstumpf) stellt immer ein Schwachpunkt jeder Zahnersatzarbeit dar (siehe Randschluß).
Behandlungszeitraum, kieferorthopädischer
der günstigste Zeitraum ist im Kindes- u. Jugendlichenalter (Entwicklung und Wachstum des Kiefers). Der Behandlungsbeginn sollte etwa zwischen dem 10.-15.Lebensjahr liegen; komplizierte oder angeborene Fehlstellungen müssen je nach Schwierigkeitsgrad schon sehr viel früher behandelt werden. Die Behandlungszeit dauert in der Regel zwei bis vier Jahre.
Beläge
Verunreinigungen der Zahnoberfläche, die auf Grund ihres Vorkommens in der Mundhöhle einen idealen Nährboden für Bakterien bilden. Man unterscheidet harte B. (Konkremente, Zahnstein) u. weiche B. (Plaque); sie haben eine Schlüsselbedeutung bei der Entstehung von Karies u. Parodontose (siehe Zahnbeläge).
benigne
gutartig; meist im Zusammenhang mit Tumoren gebraucht.
Bifurkation
Trennstelle der Zahnwurzeln bei Zähnen mit mehr als einer Wurzel.
Biokompatibilität, Bioverträglichkeit
Grad der Gewebeverträglichkeit eines Werkstoffes bzw. Medizinproduktes, das in den Körper eingesetzt wird oder mit seiner Oberfläche in Kontakt kommt. Sehr wichtig bei mit Körpergewebe in Kontakt tretenden Implantaten oder auch Zahnersatzmaterialien. Besonders Keramischen Massen sind sehr biokompatibel. Alle im Mund des Patienten einsetzbaren Materialien unterliegen einer Biokompatibilitätsprüfung und dürfen erst nach einer positiv bestandenen vorklinischen Prüfung zur Anwendung am Menschen freigegeben werden.
Bionator
kieferorthopädisches Gerät zur gleichzeitigen Behandlung von Ober- und Unterkifer.
Biß
das Aufeinandertreffen von oberen und unteren Zahnreihen.
Bißhebung
Vergrößerung des vertikalen Abstandes zwischen den Kiefern aus therapeutischen Gründen: in der Kieferorthopädie zur Korrektur von zu tiefen Bißlagen, in der Prothetik zum Aufbau des durch Abnutzung der Zähne abgesenkten Bisses.
Bißnahme
dreidimensionale Festlegung der Lage der beiden Kiefer zueinander. Eine besonders wichtige Maßnahme bei der exakten Anfertigung von Zahnersatz, insbesondere einer Vollprothese (siehe Wachsbiß).
Bohren
eine Methode zur Abtragung von Zahnhartsubstanz, besonders beim Ausbohren einer Kavität durch rotierende Instrumente. Je nach Indikation und Technik werden Bohrgeschwindigkeiten bis zu 400.000 U/min erreicht. Als Bohrer dienen Hartmetall- oder Diamantinstrumente, wobei zur Kühlung und Reinigung der Kavität ist zumeist ein Wasser-Luft-Gemisch verwendet wird.
Bohrer
Präzisionsinstrument zur rotierenden Bearbeitung eines Zahnes; sie variieren in Größe und Oberflächenbeschaffenheit je nach Härte der Zahnsubstanz (Schmelz, Dentin) oder der Art der Präparation. Der Bohrschaft wird aus Hartmetall hergestellt, die Bohrköpfe bestehen ebenfalls aus diesem Werkstoff oder aber werden - je nach Verwendungszweck - aus anderen Materialien (Diamant, Karborund, Gummi usw.) beschichtet.
Brackets
in der Kieferorthopädie gebräuchliche Befestigungselemente bei festsitzenden Apparaturen. Sie werden mittels spezieller Klebetechniken mit der Oberfläche des Zahnes verklebt, wodurch sich ein Ansatzpunkt zur Bewegung von Zähnen bei festsitzenden Apparaturen ergibt. Werden diese Klebetechniken nicht sachgerecht ausgeführt, können dauerhafte Entkalkungsflecken auf den Zahnoberflächen zurückbleiben.
Brücke
festsitzender Zahnersatz zur Überbrückung fehlender Zähne, der seine Abstützung an Zähnen und Wurzeln findet. Nach dem Beschleifen und der Abdrucknahme der an eine Lücke angrenzenden Zähne (=Brückenpfeiler) wird die in einem Zahnlabor angefertigte B. im Mund des Patienten mit Zement fest einsetzt. Je nachdem, wie viele Zähne ersetzt werden müssen, spricht man von ein- und mehrspannigen B., wobei die überbrückten Zähne Brückenglieder genannt werden. Die Freiendbrücke stellt einen Sonderfall dar, da sie nur auf einer Seite von einem Pfeiler begrenzt wird. I.d.R. werden B. aus gold- oder silberfarbigen Goldlegierungen hergestellt, die aus ästhetischen Gründen im sichtbaren Bereich mit Kunststoff oder Keramik zahnfarben verblendet werden. Aus hygienischen Gründen sollten die Brückenglieder zum Kieferkamm hin hohl (=unterspülbar) sein ==> Schwebebrücke. Wo dies aus kosmetischen Gründen nicht möglich ist (besonders im sichtbaren Bereich) berühren die Brückenglieder ebenfalls aus hygienischen Gründen nur punktförmig das Zahnfleisch. In Einzelfällen ermöglicht der Einsatz von Klebe- u. Inlaybrücken das Substanz schonende Beschleifen der Pfeilerzähne.
Bruxismus
aus dem anglo-amerikanischem Schrifttum stammende Bezeichnung für das Knirschen mit den Zähnen und Aufeinanderpressen der Zahnreihen (siehe Knirschen).
buccal
Bezeichnung für eine Zahnfläche, die zur Wange hin gelegen ist.
Bügelprothese
Teilprothese, deren Prothesensättel unter Aussparung der vorhandenen Restzähne mit einem Stahlbügel miteinander verbunden sind.

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cervical
den Zahnhals betreffend (Übergang zwischen Zahnkrone und Zahnwurzel).
Checkbiß
Methode zur Bißregistrierung (Bestimmung der Lage des Unterkiefers zum Oberkiefer) mit speziellen Registraten (Wachsplatten, Silikon- o. Kunststoffabdrücken). Wird bei zahntechnischen Rekonstruktionen im Kieferbereich angewandt.
Chip-Karte
Versichertennachweis bei der Zugehörigkeit zu einer gesetzlichen Krankenkasse; wurde 1995 verbindlich für den bis dahin gültigen Krankenschein eingeführt.
Chirurgie
Übersetzung lautet sinngemäß "Heilung von Krankheiten mit der Hand". Lehre von der operativen Behandlung krankhafter Störungen u. Veränderungen im Körper.
chronisch
langsam entwickelnd, verlaufend, schleichend, lange dauernd.
Condylus
Beweglicher, walzenförmiger Anteil des Kiefergelenks, auch Gelenkköpfchen genannt, welcher an der Spitze des Gelenkfortsatzes des Unterkiefers sitzt. Bei Gewalteinwirkung einer der am meisten bruchgefährdeten Teile des Unterkiefers.
Cover denture
spez. Prothesenart im nur noch gering bezahnten Kiefer bei nicht mehr optimaler Festigkeit der Restzähne, die durch Verankerung mit Teleskopkronen beim Kauakt nur wenig belastet werden.

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Daumenlutschen
bei Säuglingen und Kleinkindern vom Stillen abgeleitete Gewohnheit. Ein Lutschen über das 2.-3. Lebensjahr hinaus schädigt häufig den Kiefer (lutschoffener Biß) und kann später nur mühsam kieferorthopädisch korrigiert werden.
Deckbiß
meistens erblich bedingte Zahnfehlstellung, bei welcher die oberen Schneidezähne die unteren überdecken. Häufig mit einem Tiefen Biss (Tiefbiss) mit Berührung der unteren Schneidezähne am Gaumen kombiniert. In diesem Zusammenhang können auch Zahnfleischerkrankungen auftreten.
Dehnplatte
herausnehmbares kieferorthopädisches Behandlungsgerät zur Verbreiterung eines Kiefers bei Zahnengstand mittels mit eingearbeiteten aktiven Elementen (z.B. Dehnschrauben).
Demineralisation
Verarmung eines Gewebes an Mineralien; Entkalkung der Zahnoberfläche durch Säuren, welche ihren Ursprung in der Nahrung oder in den Stoffwechselprodukten von Bakterien haben können.
Dens, Dentes
lateinische Bezeichnung für Zahn, Zähne. Im Milchgebiß gibt es davon 20, aufgeteilt in 8 Schneidezähne, 4 Eckzähne und 8 Backenzähne; das bleibende Gebiß hat 32 Zähne, davon 8 Schneidezähne, 4 Eckzähne, 8 kleine Backenzähne, 12 große Backenzähne und 4 Weisheitszähne. Man unterscheidet am Zahn Zahnkrone, -hals und -wurzel.
dental
die Zähne betreffend, von den Zähnen ausgehend, zu den Zähnen gehörend.
Dentalhygienikerin
Berufsbezeichnung einer speziell geschulten zahnärztlichen Assistentin, welche durch Weiterbildung den Status einer Fachhelferin erhält, die selbständig gewisse Dienstleistungen am Patienten verrichten darf, wie Zahnsteinentfernung, Herstellung von Provisorien, Prophylaxeberatung usw.
Dentallabor
zahntechnische Werkstatt zum Anfertigen von Zahnersatz und dessen Reparatur durch speziell dafür ausgebildete Zahntechniker. Die Anfertigung von zahnärztlichen Arbeiten erfolgt ausschließlich auf Weisung des Zahnarztes im Rahmen eines Werkvertrags; eine behandelnde Tätigkeit der Zahntechniker am Patienten ist nach dem Zahnheilkundegesetz strafbar. Diese Techniker gießen die Abdrücke aus der zahnärztlichen Praxis i.d.R. mit einem Modellgips aus und fertigen darauf den Zahnersatz an. Bei der Anfertigung und Reparatur von Zahnersatz für gesetzlich Versicherte unterliegen die Preise hierfür einem bundeseinheitlichen Leistungsverzeichnis; bei der Preisfindung für nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezuschusste Leistungen oder für privat Versicherte gilt ein freier kalkulatorischer Preis. Seit 1998 sind die D. in Deutschland als Folge der Gesundheitsreform in ihrer Preisgestaltung - so wie jeder andere Handwerksbetrieb - völlig frei. Ab Mitte Juni '98 muss nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) jeder Zahnersatz, welcher aus einem gewerblichen Laboratorium an einen Zahnarzt geliefert wird, eine sog. Konformitätserklärung mit folgendem Inhalt beiliegen:
  • Hersteller (das liefernde Labor),
  • Auftraggeber (Zahnarzt),
  • Patientennahme (mit Einwilligung) oder Chiffre,
  • Produktbezeichnung,
  • Materialien,
  • Endprüfung (Verantwortlicher im Labor; z.B. ein Zahntechnikermeister),
  • Spezielle Erklärung mit dem Text: "Das Produkt entspricht den grundlegenden Anforderungen.
Diese Bescheinigung muß vom Zahnarzt 10 Jahre lang aufbewahrt werden.
Dentin
ist ein vitales, mineralisiertes Hartgewebe, auch Zahnbein genannt; es ist relativ weich und von knochenähnlicher Zahnhauptsubstanz, welche im Wurzelbereich mit dem Zahnwurzelzement, im Kronenbereich mit dem sehr harten Schmelz überzogen ist. Dentin besteht zu etwa 75% aus Hydroxylapatitkristallen und unterliegt auf Grund der organischen Bestandteile einem reduziertem Körperstoffwechsel. Das gesamte Dentin wird von kleinen Kanälchen durchzogen, welche mit der Zahnpulpa (dem Nerv des Zahnes) in Verbindung stehen. Je weiter Karies ins Dentin vordringt und sich der Pulpa nähert, desto stärker werden die Schmerzen.
Dentist
in Deutschland bis 1952 existierende Berufsbezeichnung für Zahnheilkundige ohne akademische Ausbildung. Diese waren primär Zahntechniker, welche zur Weiterbildung eine Dentistenschule besuchen mußten, um die Legitimation zur Patientenbehandlung zu erreichen.
Dentition
Zahndurchbruch. Beginnt etwa mit dem 5.-7. Säuglingsmonat und endet i.d.R. zwischen 17 u. 24 Jahren, wenn die Weisheitszähne durchbrechen. Bei Fluoridzugabe verzögern sich die Dentitionen um ca. 1 Jahr.
Desinfektion
Vernichtung von Krankheitserregern, Entkeimung, Entseuchung .Man unterscheidet zwischen physikalischer D. (Hitze,Strahlen) und chemischer D. (Alkohol, Formaldehyd, Ozon, Peressigsäure, Wasserstoffperoxid). Nicht wirksam gegen Bazillensporen; deshalb müssen chirurgische Instrumente durch entsprechende Verfahren sterilisiert werden.
devital
Bezeichnung für einen Zahn, dessen Zahnnerv abgestorben ist.
Diagnose
Erkennen und Feststellung eines Krankheitsbildes nach medizinisch anerkannten Methoden.
Diamant
härtester bekannter Stoff; mit Diamantstaub unterschiedlicher Körung wird galvanisch Wege die Oberfläche von Schleifkörpern veredelt, welche zum Abtragen der Zahnhartsubstanz beim Beschleifen der Zähne benötigt werden.
Diastema
vererbte Zahnlücke, meist zwischen den oberen beiden Schneidezähnen, wird dann als Trema bezeichnet. Ein unechtes D. entsteht durch Verbreiterung des Kiefers für den bevorstehenden Zahnwechsel im Milchzahngebiß oder durch Verkümmerung oder Nichtanlage der seitlichen Schneidezähne im bleibenden Gebiß.
Dicke Backe
Anschwellung/Auftreibung der Wange; i.d.R. als Folge von entzündlichen Prozessen in der Mundhöhle.
distal
weiter von der Mittellinie entfernt, d.h. von zwei Zähnen ist derjenige der distale, welcher von der vorderen Kiefermittellinie aus gesehen der hintere der beiden ist.
Distalbiß
Rückbiss, Fehlstellung des Gebisses, bei welcher der Unterkiefer weiter als normal nach distal zurückliegt zum Oberkiefer.
Doktor
von Laien häufig verwendete Anrede für einen Arzt oder Zahnarzt. Den medizinischen Doktortitel (Dr.med oder Dr.med.dent.) erhält man vor einer medizinischen Fakultät einer Universität durch Promotion ('Doktorarbeit'); er ist also nicht automatisch Folge eines medizinischen Examens.
Doppelarmklamer
gebogene oder gegossene Klammer als Halteelement für einen herausnehmbaren Zahnersatz.
Doppelkrone
siehe Konuskrone und Teleskopkrone.
Dreiviertelkrone
Teilkrone für einen Zahn mit geringem Kariesbefall, der nicht komplett zur Aufnahme einer Krone beschliffen werden muß. Je nach Ausdehnung der Karies kommen Inlays, Onlays oder Halbkronen zur Anwendung.
Druckstelle
schmerzhafte Schleimhautveränderung mit Nekrosen, meist hervorgerufen durch nicht mit dem Prothesenfundament übereinstimmende Prothesen:hervorgerufen werden Druckstellen durch altersbedingten Knochenabbau, durch Zahnersatz mit falscher Bisslage oder wenn für einen Immediatersatz Zähne frisch gezogen wurden. Zur Behandlung von Druckstellen werden störende Bereiche der Prothesenunterseite entfernt und in Verbindung mit Mundspülungen (z.B. Kamille) entzündungshemmende und schmerzstillenden Salben verabreicht.

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Eckzahn
wird auch Augenzahn oder Hundszahn bezeichnet. Zu den Frontzähnen gehörender 3. Zahn (von der Mitte nach hinten) im Ober- und Unterkiefer, sowohl im Milchzahn- als auch im bleibenden Gebiss. Bricht etwa zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr durch. Mit seiner Wurzel ist er der größte und somit der stabilste Zahn des menschlichen Gebisses; er ist einer der Zähne, die am längsten im Kiefer verbleiben.
Edelmetalle
man versteht darunter chemisch besonders gegen Korrosion beständige Metalle; in der Zahnheilkunde werden sie als Werkstoffe (Legierungen) für Zahnersatz verwendet. Die Edelmetalle liegen selten in reiner Form vor, aus Stabilitäts- u. Kostengründen werden sie mit anderen Metallen zu Legierungen verarbeitet. Typische Vertreter sind Gold, Platin, Silber, Iridium, Osmium, Palladium, Rhodium, Ruthenium.
Einbetten
bei der Herstellung von Zahnersatz angewandte Technik. Der herzustellende Zahnersatz wird in Wachs modelliert und in eine mit spezieller Einbettmasse vorbereitete Gießform gebracht. Nach dem Erstarren und dem Erhitzen der Gießform fließt das Wachs heraus und hinterlässt einen Hohlraum, der mit dem benötigten Material für den Zahnersatz wieder aufgefüllt oder ausgespritzt wird.
Einlagefüllung
auch als Inlay oder Gußfüllung bezeichnet. Füllung zur Versorgung eines defekten Zahnes meist aus Goldlegierungen o. Keramikmassen. Einlagefüllungen haben einen langen Bestand in der Mundhöhle, sind aber auf Grund ihrer aufwendigen Herstellung teurer als Amalgam- oder Kunststofffüllungen.
Einschleifen
Korrektur der Okklusion der Zähne des Ober- u. Unterkiefers zur Herstellung einer optimalen Funktion der Zahnreihen zueinander. Es können sowohl natürliche als auch künstliche Zähne eingeschliffen werden.
Elongation
Verlängerung, Herauswachsen eines Zahnes aus seinem Zahnfach; meist hervorgerufen durch das Fehlen seines Gegenzahnes. Zum Erreichen der Kaufunktion müssen elongierte Zähne wieder gekürzt (abgeschliffen) werden; ein fehlender Gegenzahn (Antagonist) sollte in jedem Fall ersetzt werden.
Enamelum
(Zahn-)Schmelz
Engstand
der Zähne. I.d.R. besteht ein Mißverhältnis zwischen der (zu breiten) Erbanlage der Zähne und dem zurückgebildeten Kiefer, die als klassische kieferorthopädische Behandlungsart gilt. Engstände müssen unbedingt durch das Ziehen von Zähnen behandelt werden, da sich sonst im Kiefer die Reinigungsmöglichkeit der Zähne auf Grund nur schwer zugänglicher Zahnstellungen verschlechtert; Karies und Parodontose werden dadurch begünstigt. Im sichtbaren Bereich der Schneidezähne entsteht häufig ein kosmetisch störendes Erscheinungsbild. Um Platz zu schaffen für zu große Zähne in einem zu kleinen Kiefer werden in der Regel die Prämolaren gezogen.
enossal , enostal
im Inneren des (Kiefer-)Knochens befindlich.
Entzündung
Gewebeschädigung durch bakterielle, chemische o. thermische Reize mit den Folgen: Rötung, Schwellung, Schmerz, Hitze und gestörte Funktion.
Epithelansatz
Verbindung der Zahnfleischtasche mit dem Schmelz des Zahnes. darstellt.
Epithese
Defektprothese (Körperersatzstück) zum Ersatz von angeborenem oder erworbenen Gewebsverlust durch Carcinome, Unfälle oder Mißbildungen.
Ermüdungsbruch
häufigste Ursache für das Zerbrechen einer Zahnprothese, die nicht mehr exakt dem Kiefer anliegt; hervorgerufen durch ein im Laufe der Tragezeit sich verändernder (zurückgehender) Kieferknochen.
erschwerter Zahndurchbruch
besonders beim Durchbruch der Milchzähne und Weisheitszähne auf Grund von Platzmangel eines zu kleinen Kiefers. Kann teilweise zu erheblichen Schmerzen mit starker Entzündung, Fieber und Schwellung führen.
Extensionsabdruck
Variante des sogenannten Funktionsabdruck, einem sehr genauen Abdruckverfahren im zahnlosen Kiefer zur Optimierung des Sitzes von Prothesen.
Extraktion
Herausziehen, Zahn ziehen; Zahnentfernung mit speziell dafür geformten Zahnzangen.
Extrusion
optisch scheinbare Verlängerung von Zähnen; Herausragen eines Zahnes aus seinem Zahnfach, z.B. wenn ein Gegenzahn (Antagonist) fehlt.

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Facette
Verblendschale bei Kronen u. Brücken aus Keramik oder Kunststoff, um dem zu ersetzenden Zahn ein zahnfarbenes und unauffälliges Aussehen zu geben.
Farbring
Skala zur Bestimmung der Zahnfarbe.
fazial
Lagebezeichnung: zur Gesichtsseite des Kopfes hin, zum Gesicht gehörend.
Fazialis
paariger Nerv im Gsichtsbereich. Seine Schädigung verursacht die Lähmung der betreffenden Gesichtsseite. Symtomatisch dabei sind hängende Mundwinkel, unfähiger Lidschluss, mangelnder Lippenschluss mit Sprachbehinderung und Probleme bei der Nahrungsaufnahme, manchmal auch verbunden mit Geschmacksstörungen.
Festzuschüsse
Bezeichnung für eine Form der Vergütung in der Gesetzlichen Krankenversicherung für die Anfertigung bzw. Reparatur von Zahnersatz: Der Patient erhält für eine definierte Leistung einen festen Zuschuss, den Restbetrag muss er je nach der Form der Versorgung selbst bezahlen.
finieren
letztes Schleifen (Ausarbeiten und Korrektur der Oberfläche) von ausgehärteten plastischen Füllungen; exaktes Anpassen der Ränder von Gold-Gussfüllungen.
Fissur
Furche, Rille in der Kaufläche der Backenzähne, Trennstelle nebeneinander liegender Zahnhöcker.
Fissurenkaries
häufigste Form der Karies. Durch die schlechte Reinigungsmöglichkeit der engen Zahngrübchen sind die Backenzähne besonders anfällig für Kariesbefall.
Fissurenversiegelung
Maßnahme zum Schutz der Zähne vor dem Befall mit Karies, wobei besonders die Kauflächen der Backenzähne betroffen sind. Die nur schwer zu reinigenden Fissuren der Kauflächen werden gut gereinigt oder leicht ausgeschliffen und mit einem kaubeständigem Material ausgefüllt.
Fistel
mit Epithel ausgekleideter Gang zur Ableitung von Flüssigkeiten (z.B. Eiter), hervorgerufen durch eine Entzündung, zur Oberfläche des Körpers.
Floss
englische Bezeichnung für Zahnseide.
Follikel
Foramen
meist im Knochen gelegenes Loch oder Öffnung als Austritt von Nerven und Blutgefäßen.
Fraktur
(Knochen)bruch.
Freiendbrücke
Bezeichnung für eine Brücke zum Ersatz von fehlenden Zähnen, bei der sich das Brückenglied vor oder hinter dem Brückenpfeiler befindet und nicht an der anderen Seite von einem weiteren Pfeiler abgestützt ist. Wird ein Implantat gesetzt, kann die Freiendbrücke in eine normale Brücke umgewandelt werden.
Freiendprothese
herausnehmbarer (Teil-)Zahnersatz, bei dem die fehlenden Zähne nicht auf beiden Seiten der Lücke mit einer Verankerung bzw. Abstützung am Restgebiss gesichert ist. Statisch ungünstig, da das nicht abgestützte Freiendteil einen Hebel darstellt, der das Restgebiß, an welchem die Prothese befestigt ist, schädigen kann.
Friktion
Haftung durch Reibung. In der Prothetik finden herausnehmbare Teleskopprothesen im Mund des Patienten durch Friktion bei einen festen Halt.
frontal
stirnseitig, parallel zur Stirn.
Frontzähne
sind die Schneide- u. Eckzähne des Kiefers; entsprechen den sichtbaren Zähnen beim Sprechen.
Frontzahnstufe
Frontzahnüberbiss; Abstand von oberen u. unteren Schneidekanten der Frontzähne beim normalen Zusammenbiß.
Füllung
von Laien häufig als Plombe bezeichnet; dient der Füllung der durch Karies zerstörten Zahnsubstanz; hierzu wird der Zahn nach Entfernen der Karies und Vorbereiten einer Kavität mit einer Unterfüllung abschließend mit einer Füllung versehen. Dabei kommen plastische Füllungsmaterialien (Amalgam, Kunststoffe), Zemente oder Inlays (aus Goldlegierungen oder Keramik) zur Anwendung. Der Erfolg einer Füllung hängt in erster Linie von ihrer Dichtigkeit am Rand ab.
Funktionsabdruck
Abdruck des zahnlosen Kiefers unter Berücksichtigung des natürlichen Bewegungablaufs von Schleimhäuten und Muskeln, wie sie unter normaler Funktion beim Essen und Sprechen auftreten. Dieser spezielle Abdruck, der mit einem individuell hergestellten Funktionslöffel genommen wird, bildet somit die Grundlage für den Zahntechniker zur Herstellung einer Totalprothese.
Funktionsanalyse
messtechnische Erfassung des Kausystems in Funktion, auch funktionelle Gebißanalyse genannt. Dient der Untersuchung von Störungen im Bewegungsablauf des Kausystems und der Feststellung von krankhaften Veränderungen des Gewebes.
Funktionsrand
der Abschlußrand einer Vollprothese zu der angrenzenden Schleimhaut von Rachen, Wange und Zunge, welche sich unter Funktion der Muskeln verändert. Dieser Rand ist für die Saugwirkung einer Vollprothese und damit für deren Halt von entscheidender Bedeutung.
Furkation
Aufteilung, Gabelung einer Zahnwurzel, auch Bifurkation genannt; sie liegt beim gesunden Patienten unter dem Zahnfleisch und wird vom Knochen bedeckt. Bei Knochen- und Zahnfleischschwund kann dieser Bereich freiliegen und durch die erschwerte Reinigungsmöglichkeit Entzündungen hervorrufen.

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Galvanotechnik
elektro-chemische Methode, die Oberfläche von Werkstoffen zu veredeln (Korrosionsschutz, bessere elektrische Leitfähigkeit, Abrasionsfähigkeit und Optik), z.B. das Verkupfern oder Versilbern von Zahnstümpfen aus Gips zum Erreichen von größerer Härte. Große Verbreitung in der Zahntechnik fand in den letzten Jahren die AGC Galvanotechnik bei der Herstellung von Inlays, Onlays, Eizelkronen und seltener auch Brücken als Grundgerüst für die keramische Verblendung und besonders bei der Anfertigung von Teleskop-Prothesen. Bei diesem Verfahren wird ein vom Labor angefertigter Duplikatstumpf aus Gips in einem galvanischen Bad mit einer Goldschicht versehen. Nach Abscheidung des Galvanogoldes wird der Stumpf entfernt und die so gewonnene Goldkappe mit Keramik versehen oder aber für die Weiterverarbeitung als Teleskop für den herausnehmbaren Zahnersatz zur Weiterverarbeitung vorbereitet. Da das galvanisch gewonnene Goldkäppchen zu fast 100% aus Gold besteht, eignet es sich besonders gut für Allergie gefährdete Patienten.
Gaumen
innenwärts vom Zahnbogen des Oberkiefers gelegen; Begrenzung der mit Schleimhaut überzogenen Mundhöhle nach oben. Der harte Gaumen beginnt hinter den oberen Schneidezähnen und geht hinter den letzten Backenzähnen in den weichen Gaumen über, welcher mit dem Zäpfchen zum Rachen hin endet.
Gaumenspalte
angeborene Missbildung (Entstehung etwa in der 6.-7. Schwangerschaftswoche), die entweder den weichen Gaumen allein oder den gesamten Gaumen befallen kann. Erschwerte Nahrungsaufnahme Behinderung beim Schlucken und der Lautbildung können die Folge sein. Gute Behandlungserfolge sind mit einer kombinierten chirurgischen u. kieferorthopädischen Behandlung zu erzielen.
Gebiß
1.) Bezeichnung für alle Zähne des Ober- u. Unterkiefers. Das Milchgebiß besteht aus 20 Zähnen, das bleibende Gebiß aus 32 Zähnen. Im erwachsenen Gebiss unterscheidet man je Kiefer 4 Schneidezähne, 2 Eckzähne, 4 kleine Backenzähnen u. 6 große Backenzähnen. Schneide- u. Eckzähnen werden zum Abbeißen der Nahrung benötigt, die kleinen Backenzähne zerteilen die Nahrung in kleinere Stücke und die großen Backenzähne zermahlen die Nahrung unter Mithilfe des Speichels zu einem magengerechten Brei.

2.) umgangssprachliche Bezeichnung für eine Zahnprothese.
Gebißanomalien
Fehlstellung der Zähne und der Kiefer in unterschiedlicher Weise; andersartige Gebißzustände entstehen als Folge gestörter Kieferentwicklung. Sie können angeboren sein oder sich erst durch äußere oder innere Einflüsse im Laufe des Lebens entwickeln.
Gemeinschaftspraxis
Kooperation mehrerer Zahnärzte / innen in einem Haus (Sozietät). In den letzten Jahren stark zunehmende Form der Berufsausübung, in erster Linie aus Gründen der Nebenkostensenkung (gemeinsame Nutzung von Geräten und Personal) und der Erweiterung des Serviceangebotes (längere Sprechstundenzeiten, verschiedene Qualifizierungen in einer Praxis).
genetisch
die Vererbung betreffend, erblich bedingt.
Geschiebe
Halteelement eines Zahnersatzes, das die Verbindung zwischen Restzahnbestand und Ersatzzähnen sicherstellt. Im Gegensatz zu den einfachen Klammern einer Prothese ergibt sich beim Geschiebe ein kosmetischer Vorteil, da die Verankerung von außen nicht sichtbar ist. Je nach Ausführung des Geschiebes gewährleistet ein Geschiebe eine bessere Kraftverteilung auf die Restzähne. Man unterscheidet beim Geschiebe den positiven Anteil (Matrize), der mit dem Restgebiss fest verankert ist, und den negativen Anteil, der einen Teil der herausnehmbaren Prothese darstellt. Für eine optimale Befestigung werden kommen auch Riegel zu Einsatz.
Geschmacksnerven
befinden sich im weichen Gaumen und auf der Zunge; die Unterscheidung von süß, sauer, bitter und salzig wird zusätzlich durch Tast-, Wärme-, Kälte- und vielfältige Geruchserlebnisse erreicht.
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Bezeichnung für das deutsche Krankenversicherungssystem. Seinen Ursprung hat das System der GKV im 19.Jahrhundert (Bismarck, Reichsversicherungsordnung). Heute sind ca. 92% der Bevölkerung in der GKV versichert, wie z.B. in der AOK, IKK, BKK oder im Ersatzkassenbereich die BEK und DAK. Als Nachweis der Zugehörigkeit zur GKV wurde nach dem Krankenschein die Chip-Karte eingeführt.
Gesichtsbogen
Übertragungsgerät zur schädelbezogenen Montage der Kieferabdruckmodelle in einem Artikulator.
Gesichtsspalten
gestörter Ablauf des Gesichtsschädelwachstums in dem 2. – 3. Schwangerschaftsmonat; betrifft ca. 10-15% aller angeborenen Fehlbildungen. Von zahnmedizinischer Relevanz sind folgende Formen: Lippenspalte, Kieferspalte, Lippen-Kieferspalte, Gaumenspalte und Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Die Ursachen sind unterschiedlich: neben Vitamin- oder Sauerstoffmangel des Embryo und einer Virusinfektionen der schwangeren Mutter werden besonders erbliche Faktoren als Auslöser vermutet. Neben der Beeinträchtigung des Aussehens leiden die Betroffenen besonders unter der Störung des Gesichtsschädelwachstums, des Gehörs und der Sprache. Mit chirurgischen Eingriffen bald nach der Geburt lassen sich beachtliche Erfolge erzielen.
Gesundheitsleistungen, - kosten
Kosten für die Summe aller Gesundheitsleistungen in einem Staat. Oft spricht man bei dem finanziellen Aufwand von einer Kostenexplosion. Wenn dies Auch wenn es auf den ersten Blick so erscheinen mag, die prozentualen Anteile am Bruttoinlandsprodukt sind in Deutschland seit Jahren nahezu gleich.
Gesundheitssysteme, nationale in den EU-Staaten
in den skandinavischen Ländern und Großbritannien sind traditionsgemäß staatliche Gesundheitssysteme eingerichtet. Als Folge der expandierenden Gesundheitskosten wurden ähnliche Systeme in Dänemark, Irland, Italien und Portugal eingeführt. Abgesehen von Zuzahlungen werden die medizinischen Leistungen unentgeltlich erbracht und aus Steuern finanziert, wobei die Leistungserbringer als staatliche Angestellte arbeiten. Sobald in diesen Ländern die Zuzahlungen erhöht oder Leistungen ganz ausgegrenzt werden, profitieren davon die öffentlichen Haushalte. In den Beneluxstaaten, Frankreich und Deutschland werden die Leistungen hauptsächlich oder ausschließlich aus Beiträgen zu den Gesetzlichen o. Privaten Krankenkassen finanziert. Die Leistungen werden überwiegend von freiberuflich Tätigen erbracht.
Gewährleistung
Mängelhaftung, schlagwortartig auch als Garantie bezeichnet; ergibt sich aus dem Werkvertrag und schließt für die Zeit von 2 Jahren die kostenlose Beseitigung von Mängeln ein; wurde der Mangel vorsätzlich herbeigeführt, kann kein Schadensersatz in Anspruch genommen werden.
Gingiva
auch Zahnfleisch genannt; Teil des Zahnhalteapparats(Parodotium). Umgibt den sichtbaren Zahn und ist mit dem Zahnschmelz bzw. -wurzelzement durch den sog. Epithelansatz verbunden. Diese Verbindung dient dem bakteriellen Verschluss der Körperoberfläche und damit einer wirkungsvollen Abschottung gegen Mikroorganismen. Zwischen den Zähnen bildet das Zahnfleisch die Interdental- oder Zahnfleischpapille.
gingival
am / zum Zahnfleisch.
Gingivarezession
meist an den Außenseiten der Zähne anzutreffende Rückbildung des Zahnfleisches unter Freilegung des Zahnhalses. Betroffen sind hauptsächlich die Eckzähne.
Gingivitis
Entzündung des Zahnfleischs ohne Knochenabbau oder Lockerung der Zähne.
Gips
Kalziumsulfat (CaSO4), Hartgips, welcher im Dentallabor hauptsächlich bei der Herstellung von Modellen (Hartgipsmodell) zur Anwendung kommt. Da besonders der festsitzende Zahnersatz mit einer Präzision im tausendstel Millimeterbereich hergestellt werden muss (Randschluß), werden an die Gipse für Arbeitsmodelle sehr hohe Anforderungen gestellt. Die Mängel des Materials wie zu geringe Härte, Sprödigkeit, Lösbarkeit durch Wasser, werden durch sorgfältige Auswahl und peinlich genaue Verarbeitung des Werkstoffes auf ein vertretbares Maß reduziert.
Glyzerin
farblose und süßliche Flüssigkeit; wird häufig Zahnpasten und Mundsalben zugesetzt.
Gnathologie
zahnmedizinische Fachrichtung, die das den Mund und seine Organe umfassende System besonders berücksicht.. Bei einer gnathologischen Behandlung versucht, durch eine spezielle Biß- und Abdrucknahme die Wiederherstellung verloren gegangener Kaueinheiten zu erreichen; Ziel ist es, ein optimales Zusammenspiel von Muskulatur, Okklusion und Zahnhalteapparat (Parodontium) unter Berücksichtigung des Kiefergelenkes zu erreichen. Die häufig sehr zeitaufwendigen zahnärztlichen und zahntechnischen Leistungen werden selten von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
Gold
Mundbeständigkeit eine sehr gute Verträglichkeit (Biokompatibilität) aufweist. Da Gold sehr weich ist, wird es mit anderen Metallen, wie Platin, Silber, Kupfer legiert, um eine höhere Härte und andere positive Eigenschaften zu erhalten.
GOZ
Gebührenordnung für Zahnärzte. Vom Gesundheitsministerium festgelegtes Gebührenverzeichnis für zahnärztliche Honorare bei Privatpatienten.
Granulom
Eitersäckchen, beherdeter Zahn; Ansammlung von Granulationsgewebe häufig an der Wurzel von abgestorbenen Zähnen, das eine Art Schutzreaktion des Körpers darstellt. Aus einem Granulom kann eine Zyste entstehen und in deren Folge eine dicke Backe bis hin zu einer Knochenmarksentzndung. Behandelt werden Granulome meist über den Wurzelkanal des Zahnes unter Beigabe von Antibiotika, mit einer Wurzelspitzenresektion oder dem Entfernen des betreffenden Zahnes.
Greisenkiefer
altersbedingter, fast vollständiger Verlust der Alveolarfortsätze und anderer Teile der Kieferknochen; für Vollprothesenträger ergibt sich daraus die Schwierigkeit, ihren Zahnersatz sicher zu befestigen.
Gruppenprophylaxe
vorbeugende Maßnahme für größerer Bevölkerungsteile gegen Karies (Prophylaxe). Verbreitet sind Maßnahmen wie die Fluoridierung des Trinkwassers und des Speisesalzes. Reihenuntersuchungen in Kindergärten und Schulen sollen den Kindern und Jugendlichen ein zahnbewußtes Verhalten beibringen. Mit der Kombination einer individuellen Fluoritprophylaxe lassen sich fast eine Halbierung der krankhaften Mundbefunde bei Jugendlichen erreichen, welche sich bei der Mehrheit lebenslang auswirkt.
Gußfüllung
auch als Inlay oder Einlagefüllung bezeichnete Füllungsart hauptsächlich für die Backenzähne. Meist wird eine Goldlegierung als Material für diese sehr aufwendige, aber auch sehr haltbare Füllung verwendet; aus Kostengründen kommen auch nicht goldhaltige Legierungen zum Einsatz.
Gutachter
auch Sachverständiger; sachkundige Personen bei Gerichts- und sonstigen Auseinandersetzungen. Im privatzahnärztlichen Bereich werden Gutachter von der Zahnärztekammer benannt. Ein vom Gutachter erstelltes Gutachten ist juristisch von erheblicher Bedeutung und muß bei der Urteilsfindung angemessen berücksichtigt werden. Für gesetzliche Krankenversicherte besteht auf Grund von Regelungen im Sozialgesetzbuch ein vorgerichtliches Gutachterverfahren, bei welchem die Gutachter einvernehmlich (d.h. mit Zustimmung der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und der Gesetzlichen Krankenkassen) bestellt werden. Gegen die Beurteilung dieser Gutachten gibt es verschiedene Beschwerdestellen (Prothetik-Einigungsausschuß, Obergutachter), bevor eine gerichtliche Untersuchung vor einem Sozialgericht durchgeführt werden kann.

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habituell
regelmäßig, gewohnheitsmäßig.
Habitus
äußeres Erscheinungsbild, Gesamteindruck.
Haftmittel
bei Vollprothesen angewandte Methode zur Verbesserung des Haltes. Als Haftmittel dienen liegen Pulver, Flüssigkeiten, Cremes oder Paste, die bei falscher Anwendung zu Schäden an der Schleimhaut, den Kieferknochen und der Okklusion führen können. Vor der Anwendung von Haftmitteln sollte unbedingt durch den Zahnarzt eine Kontrolle der Paßgenauigkeit erfolgen. Bei folgenden Fällen ist nach zahnärztlicher Zustimmung eine Anwendung angezeigt:
  • bei Anpassungsproblemen eines neuen Zahnersatzes
  • erforderlicher hoher Sicherheitsgrad hinsichtlich des Prothesenhaltes (Schauspieler, Sänger)
  • ungenügendes Knochenangebot besonders im Unterkiefer
  • Parkinson- oder Alzheimerpatienten, Patienten mit geringem Speichelfluss
Halbkrone
wie die Dreiviertelkrone im kariesarmen Gebiß verwendete Teilkronenart; zur Aufnahme der Halbkrone wird nicht der gesamte Zahn beschliffen.
Halteelement
unterschiedliche Konstruktionselemente in der Teilprothetik, um herausnehmbaren Zahnersatz an den Restzähnen zu verankern und gegen abziehende Kräfte zu sichern. Neben den einfachen Klammern sichern Geschiebe, Stege oder Riegel den Halt des Zahnersatzes. In der Kieferorthopädie werden Befestigungselemente eingesetzt, um auf Zähne und Kiefer aktive Kräfte zu übertragen.
Hämatom
meist durch Unfall hervorgerufener Bluterguß.
Hämoglobin
roter Blutfarbstoff; liefert den Sauerstoff für die Körperzellen.
Hasenscharte
im embryonalen Alter entstandene Spaltbildung der seitlichen Oberlippe. Bei der komplizierten Hasenscharte sind auch Oberkiefer und Gaumen nicht zusammengewachsen. Heute lassen sich die Hasenscharten durch spezielle Operationstechniken kosmetisch befriedigend zu korrigieren.
Headgear
ein in der Kieferorthopädie angewandtes Kopfgestell, welches als Außenbogen außerhalb des Mundes am Kopf befestigt ist und die mit einer Zugvorrichtung die zu bewegenden Zähne im Mund reguliert.Äußerst wirkungsvoll bei schwierigen Zahnbewegungen, aber für den Patienten auch sehr hinderlich.
Hemisektion
chirurgische Entfernung eines nicht erhaltungswürdigen Zahnteiles einschließlich seiner Wurzel bei mehrwurzligen Zähnen, um den Verlust des ganzen Zahnes zu vermeiden. Die im Kiefer verbleibende Wurzel wird vor dem Eingriff wurzelbehandelt, um später in der Regel für eine prothetische Versorgung als Stützpfeiler zu dienen.
Hilfselemente
Bezeichnung aus der Kieferorthopädie für aktive Drähte, die an Behandlungsapparaten angebracht zur Bewegung von Zähnen benötigt werden.
Histologie
Lehre von den Geweben des Körpers zur Erforschung des mikroskopischen Feinaufbaus von Organen.
histologischer Befund
mikroskopisches Untersuchungsergebnis einer Gewebeprobe, um gutartige oder bösartige Veränderungen des Gewebes frühzeitig zu erkennen.
Höcker
die Spitzen der Backenzähne. Sie greifen beim Kauen in die Grübchen der gegenüberliegenden Backenzähne und zermahlen so nach dem Prinzip von Mörser und Pistill die Nahrung.
Höhenabbau
meist altersbedingter Abbau des Kieferknochens. Das darüber liegende Zahnfleisch zieht sich zurück, da es fest mit dem Knochen verwachsen ist, und lässt die Zähne länger erscheinen.
Hohlkehlpräparation
die heute gebräuchlichste Art der Präparation eines Zahnes zur Aufnahme einer Krone. Mit speziell geformten Bohrern, die mit Diamantsplittern belegt sind, wird die Präparationsgrenze so angelegt, daß nach Zementieren der Krone ein glatter Übergang zwischen Zahn und künstlicher Krone entsteht.
horizontales Putzen
von vielen Menschen angewandte Technik des Zähneputzens. Durch einfaches Hin- und Herbewegen dringt die Zahnbürste nicht ausreichend in die Zahnzwischenräume, schädigt das Zahnfleisch und verursacht bei freiliegenden Zahnhälsen keilförmige Defekte.
Hybridprothese
einer Totalprothese ähnlich aussehender Zahnersatz (Cover denture), welcher an en wenigen eigenen Zähnen abgestützt oder verankert ist; der Übergang zur echten Vollprothese wird erleichtert.
Hydrokolloid
in der Zahnmedizin verarbeitete gelartige Abdruckmasse, welche durch Erwärmung in eine zähflüssige Konsisienz überführt wird. Die Verarbeitung des Materials ist recht anspruchsvoll, da Hydrokolloide sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen bei Lagerung und Verarbeitung reagieren und ein erhöhter apparativer Aufwand benötigt wird. Eine spezielle Wasserkühlung und ein schnelles Ausgießen nach der Abformung ist zwingend erforderlich. Man erhält eine sehr detailgenaue Wiedergabe der Mundsituation
Hydroxylapatit
anorganischer Anteil des Zahnschmelzes. Zur Kariesvorbeugung zugeführte Fluoride gehen mit dem Kristallgefüge des Schmelzes eine chemische Verbindung ein.
Hygiene
wissenschaftliche Lehre von der Gesundheit, einschließlich Gesundheitspflege und Gesundheitsfürsorge. Sinn der Hygiene ist die Gesunderhaltung des Körpers und die Schaffung gesunder Lebens- u. Arbeitsbedingungen. Die Hygiene in einer Zahnarztpraxis unterliegt strengen gesetzlichen Bestimmungen, Vorschriften und Regeln; ein Verstoß dagegen wird als schwerer Behandlungsfehler gewertet und kann juristische Konsequenzen nach sich ziehen.
Hypersensibilität
Überempfindlichkeit des Zahnes, z.B. an freiliegenden Zahnhälsen oder nach dem Präparieren eines Zahnes als vorübergehende Folge dieses Eingriffes.
Hypnose
künstlich hervorgerufene Bewußtseinsänderung mit einem Überführen in einen schlafähnlichen Zustand. Wird in der Zahnheilkunde zur Angstbekämpfung und Schmerzkontrolle mit unterschiedlichem Erfolg und selten angewandt, da nur wenige Zahnärzte von Natur aus befähigt sind, mit dieser Technik umzugehen.
Hypnotika
Schlafmittel
Hypodontie
Hirnanhangdrüse; Steuerungsorgan der anderen Drüsen des Körpers.
Hypoplasie
angeborene unvollständige Anlage oder Unterentwicklung; im Mund-Kieferbereich findet man Fehlentwicklungen des Zahnschmelzes mit erhöhter Kariesanfälligkeit, Zahnanomalien und Zahnunterzahl.

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Immediatprothese
Sofortprothese; bevor die zu ersetzenden Zähne gezogen werden, wird im Dentallabor die Prothese angefertigt und dem Patienten direkt nach der Extraktion der Zähne eingegliedert (wird besonders bei der Anfertigung einer Vollprothese im stark reduzierten Lückengebiss aus ästhetischen und funktionellen Gründen angewandt. Nach Abheilen der Wunden und dem Knochenumbau des Kiefers (ca. 3-6 Monate) entsteht nach einer Unterfütterung die endgültige Prothese.
Immunität
Unempfindlichkeit gegenüber Krankheitserregern oder Giftstoffen.
Implantat
in den Körper eingepflanztes fremdes oder körpereigenes Material. In der Zahnheilkunde werden fehlende Zähne mit Implantaten aus Keramik oder Titan ersetzt; auch wird verloren gegangene Knochensubstanz aus körpereigenem oder künstlichem Gewebe wieder aufgebaut. Durch verbesserte, gewebeverträglichere Materialien und spezielle Operationsmethoden ist in den letzten Jahren die Erfolgsquote deutlich gestiegen. Seltener wird ein Implantat direkt nach Entfernung oder Verlust eines Zahnes durch Unfall in die frische Wunde eingesetzt (Sofortimplantat); normalerweise aber benötigt die Wunde nach einer Extraktion mindestens 4-8 Wochen, um eventuelle Entzündungen verheilen zu lassen und genügend Knochensubstanz für eine spätere Implantation auszubilden. (siehe auch unter Augmentation, Biokompatibilität, Sinuslifting)
Impregum®
Abdruckmaterial aus einer Polyäther-Sulfid-Verbindung für Präzisionsabformungen.
incisal
Lage- bzw. Richtungsbezeichnung: auf der Schneidekante, zur Schneidekante hin.
Incisivus
lateinische Bezeichnung für Schneidezahn.
Indikation
Vorgehen bei einer Therapie, Ergreifen einer bestimmten Maßnahme im Krankheitsfall.
Infarkt
Absterben eines Gewebe- o. Organteils, verursacht durch nach eine Mangelversorgung mit Blut in Folge eines Gefäßverschlusses.
Infektion
Reaktion des Körpers auf eingedrungene Krankheitserreger (Mikroorganismen, wie Bakterien, Pilze oder Viren). oder deren Giftstoffe.
infiziert
von Erregern befallen oder angesteckt.
Injektion
im Allgemeinen als Spritze bekannt; mit Druck verbundenes Zuführen von Flüssigkeit in das Körpergewebe.
inkompatibel
untereinander nicht verträglich.
Inkorporation
Eingliedern eines Fremdkörpers; in der Zahnheilkunde z. B. einsetzen einer Prothese oder eines Implantats.
Inkubationszeit
Zeitpanne zwischen der Ansteckung mit einer Krankheit und deren Ausbruch.
Inlay
Einlagefüllung, Gußfüllung; meistens aus Edelmetall gefertigt, die zu den erprobtesten und langlebigsten Versorgungen von Zahndefekten zählt. Aus Kostengründen werden auch weniger edle Legierungen verarbeitet, kosmetisch optimale Lösungen erreicht man mit der Verwendung von Keramik.
Inlaybrücke
Versorgung einer Zahnlücke durch eine Brücke, bei der die Pfeilerzähne aus Inlays und nicht wie üblich aus Kronen bestehen, zwischen denen das Brückenzwischenglied für den zu ersetzenden Zahn gearbeitet wird.
inoperabel
Krankheitszustand, der nicht (mehr, z.Zt.) durch eine Operation beherrscht werden kann.
Integration
Wiederherstellung, beispielsweise durch das Eingliedern einer neuen Prothese.
interdental
zwischen Zähnen gelegen.
Interdentalpapille
Anteil des zwischen den Zähnen liegenden Zahnfleisches; dieser ist für die Reinigung nur sehr schwer zu erreichen und daher der empfindlichste und störungsanfälligste Bereich des Zahnfleischs.
Interimsprothese
herausnehmbarer Zahnersatz, welcher für die Zeit zwischen Extraktion von Zähnen und der definitiven Versorgung mit Zahnersatz während der Wundheilung getragen wird.
intermaxillär
zwischen Ober- u. Unterkiefer befindlich.
interproximal
zwischen den Kontaktflächen der Zähne gelegen.
intramuskulär
im Muskel befindlich.
intraoral
in der Mundhöhle gelegen.
Intraoral Pressuredependent Registration (IPR)
kraftabhängige und im Mund durchgeführte Registrierung zur Bestimmung der neuromuskulären Leistung des Unterkiefers
intravenös
in der Vene befindlich.
inzisal
zur Schneidekante hin.
Inzision
Aufschneiden, Eröffnen eines Abszeß.
Inzisivus
Schneidezahn.
irreparabel
unheilbar, nicht wieder herstellbar.
irreversibel
endgültig, definitiv, nicht wieder umkehrbar.

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Jacketkrone
auch unter der Bezeichnung Mantelkrone bekannt; eine ästhetisch besonders hochwertige Art einer Keramikkrone überwiegend im Frontzahnbereich, die ohne ein Trägergerüst aus Metall auskommt. Bei der Herstellung dieser Kronenart werden hohe Anforderungen an die Präparationstechnik des Zahnarztes und das manuelle Geschick des Zahntechnikers gestellt. Um weniger Zahnsubstanz zu opfern, werden alternativ auch keramische Veneers (Verblendschalen) hergestellt.
Jacksonklammer
hauptsächlich in der Kieferorthopädie verwendete gebogene Klammerart aus einem speziellen Stahldraht.
Jugendzahnpflege
allgemeiner Begriff für die vielseitigen Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen mit dem Ziel der Vermittlung eines zahnbewussten Verhaltens. Wichtigste Merkmale sind neben einer Erziehung zu guter Mundhygiene und zahngesunder Ernährung Maßnahmen zur Härtung des Zahnschmelzes. In erster Linie die Zahnärzte, aber auch Krankenkassen, staatliche Organisationen und Behörden usw. sind mit der Durchführung der Jugendzahnpflege betraut.

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Kaltlicht
Licht mit einem geringem Infrarotanteil, das mittels einer Glasfaseroptik zur Polymerisation von Kunststoffen und zur Diagnostik eingesetzt wird.
Kamille
naturkundliches Spülmittel zur Behandlung von Zahnfleischerkrankungen und Prothesendruckstellen.
Kanüle
Aufsatz von Spritzen zur Injektion von Medikamenten in den Körper, Röhrchen zum Blut- und Speichelabsaugen im Mund.
Kapillaren
feine Gefäße und feinste Blutäderchen, die den arteriellen und venösen Kreislauf verbinden.
Karborund
Siliziumkarbid. In der Zahnheilkunde auf Grund seiner hohen Härte für Schleif- und Polierarbeiten von Metallarbeiten geeignet.
kardial
das Herz betreffend, vom Herz ausgehend.
Karies
Zahnfäule, auch Loch im Zahn genannt, ist die mit Abstand häufigste Erkrankung des Menschen; Zerstörung der Zahnhartsubstanz, bei fortgeschrittenem Befall Schädigung des Zahnnervs und Absterben des Zahnes. Kohlenhydrate (vor allem Zucker) werden durch Bakterien zu Säuren vergoren, welche den ganzen Zahn angreifen können. Diese Säuren lösen hauptsächlich den harten Zahnschmelz auf, die Bakterien hingegen befallen die organischen (lebenden) Bestandteile an. Selbstheilungskräfte des Körpers sind im Gegensatz zu anderen Wunden des Körpers nicht möglich, sieht man von einer im Anfangsstadium eintretenden möglichen Remineralisation (Wiedereinlagerung von mineralischen Stoffen in den Schmelz des Zahnes); die Reparatur der Karies erfolgt dann mittels einer Füllung. Das Frühstadium der Karies zeigt sich immer zuerst außen am Zahn durch weißliche Verfärbungen als Zeichen der beginnenden Entmineralisation, wobei besonders die für die Reinigung nur schwer zugänglichen Bereiche des Zahnes, nicht restlos bekannt ist, stehen die Verursacher Zucker (Kohlenhydrate) und Bakterien eindeutig fest; am besten lässt sich die Karies vorbeugend (prophylaktisch) durch eine gründliche Zahnreinigung in Verbindung mit zahngesunder Ernährung (u.a. Reduzierung des Zuckerkonsums) und der Zufuhr von Fluoriden bekämpfen.
Die Wissenschaft erklärt die Karies als eine Störung des Gleichgewichts zwischen Entkalkungs- und Verkalkungsvorgängen auf der Zahnoberfläche, verursacht durch eine lang einwirkende oder häufig wiederholte Produktion von Säuren durch Mikroorganismen in der dentalen Plaque. Wirt (=Zahn), Mikroorganismen und Nahrung (vorwiegend Kohlenhydrate) bilden die drei Faktoren für die Entstehung von Karies.
Kariesanfälligkeit
die Anfälligkeit, sich mit Karies anzustecken, ist nicht in allen Altersstufen gleich. Eine erhöhtes Risiko besteht statistisch gesehen zwischen dem 6.-9., 14.-20. und 40.-50. Lebensjahr, aber auch während der Schwangerschaft. Als Ursache werden sich verändernde Ess- und Lebensgewohnheiten vermutet.
Kariesdiagnostik, Karieserkennung
Man unterscheidet zwischen vielen unterschiedlichen Untersuchungsmaßnahmen zum (rechtzeitigen) Erkennen von Karies:
  • Mundspiegel, Zahnsonde und Pinzette in Kombination mit Druckluft zum Trockenblasen des Zahnes und guter Beleuchtung.
  • Röntgenaufnahmen der Zähne
  • Durchleuchtung des Zahnes mit einer starken Lichtquelle
  • Darstellung der Karies mit chemischen Mitteln.
  • Mit Laserlicht macht man die nach Bestrahlung fluoreszierende Karies sictbar.
Kariestest
umstrittene Laboruntersuchung von Speichelproben mit dem Ziel, Säuregehalt und Bakterienvorkommen zu bestimmen.
kariös
von Karies befallen.
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV)
laut Sozialgesetzbuch (SGB V) vorgeschriebener Zusammenschluss aller Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV). Als Körperschaft des öffentlichen Rechts regelt die KZBV auf Bundesebene die Belange der Vertragszahnärzte, dem gegenüber die KZVen die Interessenvertretung auf Landesebene bzw. in den Regierungsbezirken organisieren.
Kauabdruck
spezielle Form des Funktionsabdruckes des zahnlosen Kiefers.
Kaudruck
die Kraft, die beim Kauakt auf die Zahnreihen einwirkt; diese aktive Muskelkraft kann bis zu 400 Kg betragen.
Kaueinheit
im gesunden und normal verzahnten Gebiss in der Regel aus zwei bis drei aufeinandertreffenden Zähnen.
Kaufläche
die Oberseite eines Backenzahnes, die zur Nahrungszerkleinerung aus Fissuren (Grübchen) und Höckern besteht. In einem gesunden und normal verzahntem Gebiss greifen beim Kauakt die Höcker des einen Zahnes nach dem Mörser-Pistill-Prinzip in die Grübchen seines gegenüberliegenden Gegenzahnes (Antagonist).
Kaukantenschutz
Ausdehnung einer Zahnfüllung über die kauenden Höcker eines Zahnes, um bei ausgedehnten Füllungen ein Auseinanderbrechen des Zahnes zu verhindern. Diese Überkappung der Kauhöcker werden z.B. mit Onlays versorgt.
Kauorgan
alle Körperteile, die am Kauakt beteiligt sind: Zähne, Zahnfleisch, Zunge, Gaumen, Wangen, Kiefergelenk, Kaumuskeln, Nerven u.a.
Kautschuk
vor Einführung der Kunststoffe gebräuchlicher Basisstoff für Zahnprothesen.
Kavität
eine mit speziellen Bohrern präparierte Hohlform, die für die Aufnahme einer Füllung vorbereitet wurde.
Kavitätenpräparation
Beschleifen und vollständiges Ausbohren der Karies und Vorbereiten der Kavität für die Aufnahme einer Füllung. Neben der Beseitigung der Karies spielen Statik und Hygiene eine wichtige Rolle. Dabei ist zu beachten, dass für die spätere Füllung ein ausreichender Halt (Retention) geschaffen wird.
keilförmige Defekte
durch falsche Putztechnik hervorgerufene keilförmige Defekte am Übergang von Zahnkrone und freiliegender Zahnwurzel; auch können in Zahnpasten enthaltene Schleifmittel die Wurzeloberfläche schädigen. Diese Defekte befinden sich immer nur auf der Außenseite der Zähne, deren Zahnwurzeln nicht mehr vom Zahnfleisch bedeckt sind.
Keramik
genauer Keramische Massen, welche die Basis für die verschiedensten Zahnersatzarbeiten auf Grund ihrer ausgezeichneten Materialeigenschaften bilden: natürliches Aussehen, Bioverträglichkeit, Härte, Farbbeständigkeit und chemische Widerstandskraft. Man unterscheidet zwischen Feldspatkeramik, Aluminiumoxidkeramik, Glaskeramik und Glas. Mit den keramischen Massen werden neben künstlichen Zähnen zahnfarbene Zahnersatzarbeiten, Füllungen und Implantate hergestellt.
Keramik-Inlay
eine unter ästhetischen Aspekten optimale Versorgung (Füllung) eines Zahndefektes. Wird entweder mit keramischen Massen gebrannt oder aus Industriekeramik maschinell herausgeschliffen und letztlich in einem komplexen Verfahren (Adhäsivtechnik) mit einem Spezialkunststoff am Zahn befestigt.
Keramik-Schulter
Keramik einer keramischen Verblendung oder Vollkeramikkrone, die direkt an der präparierten Stufe aufsitzt und mit der Zahnwurzel bündig abschließt. Aufwändig zu präparieren und passgenau herzustellen, gilt die Keramik-Schulter als kosmetisch und biologisch optimal.
Kiefer
knöcherner Teil des Schädels, der das Fundament zur Aufnahme der Zähne bildet. Man unterscheidet den Oberkiefer und den Unterkiefer.
Kieferbruch
meist durch Gewalteinwirkung hervorgerufener Bruch (Fraktur) von Ober- oder Unterkiefer. Kieferbrüche werden aber auch durch Eiterungen und Tumoren am Knochen, Zysten oder durch starken Knochenabbau im hohen Alter ermöglicht. Behandelt werden Knochenbrüche entweder durch Metallschienen, Verdrahtung der Zähne oder durch die direkte Verschraubung der gebrochenen Knochenstücke.
Kieferdehnung
in der Kieferorthopädie häufig angewandte Methode zur Vergrößerung des Zahnbogens, dessen Zahnengstand mit festsitzenden oder herausnehmbaren Apparaturen behandelt wird.
Kiefergelenk
vielseitigstes Körpergelenk, da nicht nur Gleit-, sondern auch Drehbewegungen ermöglicht. Wird das Gelenk falsch belastet (z.B. durch Knirschen, zu hohe Füllungen oder Zahnersatz) kann es zu schmerzhaften Gelenksentzündungen und in deren Folge zum Knorpel- und Knochenabbau kommen. Durch die unmittelbare Nähe des Kiefergelenks zum äußeren Gehörgang, treten beim Patienten häufig zuerst Ohrenschmerzen auf. ________________________________________
Kieferhöhle
paarige, über den Wurzeln der Backenzähne des Oberkiefers befindliche Knochenhöhlen, welche sich in ihrer Ausdehnung sehr stark voneinander unterscheiden können. Da über den Nasengang ein natürlicher Zugang zur Kieferhöhle besteht, kann sich diese bei einem grippalen Effekt entzünden; auch entzündete obere Backenwurzeln oder verlagerte Wurzelreste sind in der Lage, die Kieferhöhle in Mitleidenschaft zu ziehen.
Kieferkamm
Alveolarfortsatz im unbezahnten Kiefer. Er bildet die Basis für herausnehmbaren Zahnersatz, speziell totale Prothesen.
Kieferklemme
meist durch eine entzündliche Erkrankung des Kiefergelenkes oder der Kaumuskeln hervorgerufene eingeschränkte Mundöffnung.
Kieferknochenentzündung
Infektion des Kieferknochenmarks hervorgerufen durch schlecht heilende Extraktionswunden oder komplizierten Kieferbrüchen. Früher häufig tödlicher Verlauf; heute durch massive Einnahme von Antibiotika und einer chirurgischen Behandlung in der Regel heilbar.
Kieferorthopädie (KFO)
Lehre und Behandlung von Zahn- und Kieferanomalien. Die Aufgabe der Kieferorthopädie liegt in der Erkennung von Fehlentwicklungen und Fehlbildungen im Kiefer- und Gesichtsbereich, diese zu beurteilen und zu behandeln. Behandelt werden diese Anomalien am besten während des Kieferwachstums; bei intensiver Mitarbeit und finanziellem Einsatz werden aber auch gute Erfolge bei Erwachsenen verzeichnet.
Kinetor
Behandlungsgerät in der Kieferorthopädie.
Klammer
gebräuchlichste und auch kostengünstigste Haltevorrichtung für (herausnehmbare) Teilprothesen oder kieferorthopädische Behandlungsgeräte. Die Elemente der Klammer, die den Haltezahn umfassen, nennt man Klammerarme, wobei zwischen ein- und zweiarmigen Klammern unterschieden wird. Für provisorische Prothesen und kieferorthopädische Apparaturen wird gebogener Draht verwendet, hochwertiger jedoch sind sogenannte Gussklammern aus Metalllegierung. Zur Abfederung von Um Kaukräften den nötigen Widerstand entgegenzusetzen, werden Klammern in der Regel mit einer Auflage versehen, man spricht dann von einer dreiarmigen Klammer.
Klammerzahn
der Zahn, an dem eine Klammerprothese ihren Halt findet. Klammerarme können den Haltezahn mechanisch schädigen; daher werden Klammerzähne zum Schutz vor Karies häufig mit Kronen versorgt.
Klebebrücke
bekannt auch unter dem Namen Maryland-Brücke. Im Gegensatz zur konventionellen Brücke werden die Nachbarzähne (Brückenpfeiler) neben der Zahnlücke nicht mit Kronen versorgt, sondern bei optimalen Bissverhältnissen mit kleinen „Flügeln“ oder Inlays zum Ersatz des fehlenden Zahnes an die Nachbarzähne mittels Ätztechnik angeklebt; hierbei werden die Pfeilerzähne oft nur sehr wenig beschliffen. Alternativ zur Klebebrücke kommen Implantate zur Anwendung.
kleiner Backenzahn
Prämolar
Knirschen
auch Bruxismus genannt; unbewußt ablaufendes Aneinanderreiben der Zahnreihen von Oberkiefer und Unterkiefer und damit häufig der Auslöser von Kopfschmerzen. Beim Knirschen über einen langen Zeitraum kann der Zahnhalteapparat Schaden nehmen, es kommt zu erheblichem Substanzverlust der Zahnkauflächen verbunden mit schweren Erkrankungen des Kiefergelenks. Ursächlich lösen psychische Faktoren das Knirschen aus und sollten von einem Facharzt behandelt werden. Aus der Sicht des Zahnmediziners erfolgt eine temporäre Behandlung mit einer Knirscherschiene.
Knochenersatzmaterialien
man unterscheidet echten Knochenersatz, also eigener oder aus einer Knochenbank gewonnener, oder Knochen aus künstlichem Material, das aus Hydroxylapatit (Hauptbestanteil menschlicher Knochen und Zähne) gefertigt wird. Sie werden in der Zahnheilkunde zum Aufbau von verloren gegangenem Knochengewebe bei der Parodontologie und der Implantologie verwendet. Wie bei der Implantation aller körperfremden Materialien können auch bei körperfremden Knochen Abstoßungsreaktionen die Folge sein.
Knochentasche
in der Parodontologie beschriebene Bezeichnung für ein knöchernes Zahnfach (Alveole), das nicht mehr vollständig den Zahn umschließt und somit eine röntgenologisch darstellbare Knochentasche gebildet hat.
Knochentransplantation
Verpflanzung von körpereigenem (Knochenspan aus dem Beckenknochen) oder körperfremden Knochen (von der Knochenbank) zur Auffüllung von Knochendefekten (z.B. Knochentaschen in der Parodontologie).
Kofferdam
sehr elastisches und fast reißfestes Gummituch, welches über einzelne Zähne oder Zahngruppen gespannt wird. Nur die Zahnkrone ragt durch vorher individuell angefertigte Löcher aus dem Kofferdam heraus, das Zahnfleisch und der damit verbundene Speichelfluss wird verhindert. So lassen sich adhäsiv zu verklebender Zahnersatz in optimal getrocknetem Milieu einsetzen.
Kombinationsprothese
wird auch als herausnehmbar-, festsitzender Zahnersatz bezeichnet. Man versteht darunter Zahnersatz der aus einem fest im Mund einzementierten Teil (z.B. Kronen, Brücken, Primärteleskope) besteht und einem herausnehmbaren Anteil, der die Zahnreihen mit den fehlenden Zähnen komplettiert. Als Verbindung zwischen den beiden Teilen dienen in der Regel Klammern oder als kosmetisch bessere Alternative Teleskope, Geschiebe oder Stege.
Komposit(s)
Material für zahnfarbene Füllungen, bestehend aus einer Kunststoffmatrix mit Füllstoffen aus Quarz und Keramik; wird überwiegend im Frontzahnbereich, seit einigen Jahren aber auch im Backenzahnbereich eingesetzt. Die Verklebung erfolgt in der Regel mittels Ätztechnik und die anschließende Aushärtung unter einer speziellen UV-Licht-Lampe.
Kondylus
der Kiefergelenkkopf am Alveolarfortsatz des Unterkiefers; er bewegt sich in der Pfanne des Kiefergelenks räumlich entlang der Gelenkbahn (Kondylenbahn).
Konformitätserklärung
siehe unter Dentallabor.
Konkremente
sehr harte, dunkel verfärbte und äußerst fest anhaftende Ablagerungen (Zahnstein) innerhalb einer Zahnfleischtasche, wobei auch die Wurzeloberfläche des Zahnes befallen sein kann; auch als subgingivaler Zahnstein bezeichnet. Sie haften im Gegensatz zu dem oberhalb des Zahnfleisches befindlichen Zahnsteines sehr fest an und sind nur sehr aufwendig zu entfernen.
Konservierende Zahnheilkunde
Kunde von der Zahnerhaltung; innerhalb der Zahnmedizin das Fachgebiet, das sich mit der Erhaltung der Zähne (z.B. Wurzelkanalbehandlungen oder Füllungstherapie) befaßt.
Kontaktpunkt
die punktförmige Berührung zweier benachbarter Zähne. Kontaktpunkte werden unter der Kaufunktion im Laufe ihres Lebens durch Aneinanderreiben in eine Kontaktfläche umgeformt. Sie haben die Aufgabe, die Interdentalpapillen zu schützen und die Kaukräfte gleichmäßig über den Kontakt zum Nachbarzahn auf die gesamte Zahnreihe zu verteilen. Daher müssen fehlende Kontaktpunkte mit Füllungen, Kronen oder Brücken wieder hergestellt werden.
Kontraindikation
Gegenanzeige, Verbot für eine bestimmte medizinisches Therapie.
Konuskrone
eine der Teleskopkrone ähnliche Doppelkrone; Bestandteil eines kombiniert festsitzend-, herausnehmbaren Zahnersatzes. Im Gegensatz zur Teleskopkrone, die mindestens zwei parallele Flächen mit 0° Winkel aufweist, laufen Konuskronen nach oben wie ein Kegel im Winkel von 2° bis 6° zu. Die genaue Passung ist entscheidend für die Haftreibung zwischen Primär- und Sekundärteil und stellt damit die sichere Befestigung des Zahnersatzes am Restgebiss dar.
Kopf-Kinn-Kappe
kieferorthopädisches Hilfsmittel zur Rückwärtsverlagerung des Unterkiefers, auch als Headgear bezeichnet.
Kopfbiß
direktes Aufeinanderbeißen der Schneidezähne von Ober- und Unterkiefer mit ihren Schneidekanten. Beim normalen Biß beißen die oberen Schneidezähne über die unteren Frontzähne.
koronal
in Richtung der Zahnkrone gelegen, an der Zahnkrone.
Korrekturabdruck
zweiphasig zu verarbeitender Abdruck in der Zahnheilkunde: der erste Abdruck zur Herstellung einer stabilen Grundform besteht aus einem relativ festem Material. Diese Basis nimmt die zweite Phase, ein sehr dünn fließendes Material auf, das in der Lage ist, feinste Strukturen , auch unter dem Zahnfleisch, naturgetreu wiederzugeben.
Kortikalis
äußere, harte Schicht des Knochens.
Korund
kristallines Aluminiumoxid; sehr hartes Material, daher als in der ZHK sehr gut für Schleif- und Poliermittel geeignet.
kranial
zum Schädel hin, nach oben.
Krankenschein
alte, nicht mehr gültige Form des Nachweises der Zugehörigkeit zu einer Gesetzlichen Krankenversicherung. Im Rahmen der Gesundheitsreform durch die Chip-Karte abgelöst.
Kreideflecken
weißliche, entkalkungsbedingte Verfärbungen der Zahnoberfläche, die ein Frühstadium der Karies erkennen lassen; in dieser Phase medikamentös noch heilbar.
Kreuzbiß
Bezeichnung für verschiedene Arten von Bißfehlstellungen: man unterscheidet zwischen einseitigem und beidseitigem Kreuzbiß im Front- und Seitenzahnbereich. In einem normalen Gebiss beißen die oberen über die unteren Zähne; beim Kreuzbiß verhält es sich umgekehrt.
Krone
die Überkappung (Zahnersatzkrone) eines zuvor beschliffenen Zahnes, dessen Substanz durch Kariesbefall geschädigt wurde. Bei größeren Versorgungen (z.B. Brücken) kommen Pfeilerkronen, bei der Verarbeitung von Klammern Schutzkronen zur Anwendung. Man Unterscheidet je nach Präparation oder gefordertem Aussehen der Krone (aus Metall, Metall mit keramischer Verblendung, Vollkeramik) zwischen verschiedenen Kronenarten: Stiftkrone, Teilkrone, Vollgusskrone, Jacketkrone, Verblendkrone, Keramikkrone, Verblendmetallkeramikkrone, Galvanokrone, Teleskopkrone u.a. Als Werkstoffe für Kronen werden Legierungen aus Metallen, gesintertes Gold, Stahl, Keramik, Aluminiumoxid und Kunststoff verwendet.
Kronenpulpa
„Kern“ der anatomischen Zahnkrone, der von Nerven und Blutgefäßen durchzogen ist. Eine tiefe kariöse Zerstörung führt zu einer Schädigung dieses Bereiches und einem Absterben des Zahnes.
Kronenrand
Übergangsstelle der künstlichen Krone zum natürlichen Zahn. Der Kronerand sollte im sichtbaren Bereichaus ästhetischen Gründen unter dem Zahnfleischsaum verlaufen und diesen nicht reizen. Dabei muss der Kronenrand möglichst dicht an der Präparationsgrenze abschließen um ein Eindringen von Bakterien wirkungsvoll zu verhindern. Dies wird erreicht durch verschiedene Präparationsformen und deren genauen Abformung: Tangentialpräparation, Hohlkehlpräparation, Stufenpräparation.
Kürettage
chirurgisches Entfernen von Eitergewebe aus einer entzündeten Zahnfleischtasche und Glättung der Wurzeloberfläche unter örtlicher Betäubung.
Kunststoffe
meist synthetisch hergestellte, organische Verbindungen, die in der Zahnmedizin als Grundlage für viele Ersatzmaterialien (Füllungsstoffe, Prothetische Versorgungen) benötigt werden. Kunststoffe können hin und wieder bei empfindlichen Patienten Allergien auslösen.

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labial
zur Lippe hin; an der Lippe gelegen.
Labialbogen
in der Kieferorthopädie gebräuchlicher gebogener Stahldraht einer „Aktiven Platte“, welcher die Zähne von außen mit Druck in Richtung Gaumen bewegt.
Labor
Handwerksbetrieb zur Herstellung von Zahnersatz einschließlich deren notwendige Reparaturen durch speziell dafür ausgebildete Zahntechniker. Der Zahntechniker gießt die vom Zahnarzt gefertigten Abdrücke in der Regel mit Gips aus und fertigt auf den so gewonnenen Modellen den Zahnersatz an. Die Herstellung erfolgt auf Weisung des Zahnarztes; eine behandelnde Tätigkeit des Zahntechnikers am Patienten ist daher nach dem Zahnheilkundegesetz nicht zulässig. Neben den gewerblichen Dentallaboratorien gibt es auch die der Zahnarztpraxis angeschlossenen Praxislaboratorien, in denen keine ausgebildeten Zahntechniker beschäftigt sein müssen; die Qualität des Zahnersatzes liegt dann im Verantwortungsbereich des Zahnarztes. Im Gegensatz zu einem gewerblichen Dentallabor, muss ein Praxislabor keinen Meister beschäftigen und darf daher auch keine Zahntechniker ausbilden.
Lachgas
farbloses Gas aus einer chemischen Verbindung von Stickstoff und Sauerstoff. In der Zahnheilkunde war Lachgas vor der Erfindung der örtlichen Betäubung das Mittel der Wahl für eine möglichst schmerzlose Zahnbehandlung.
Langzeitpolymerisation
Verfahren zur Polymerisation von Prothesenkunststoffen. Der noch plastische Kunststoff wird in eine spezielle Form gestopft und zur Aushärtung über einen längeren Zeitraum (bis zu 10 Stunden) im einem Wasserbad gekocht. Dieser Vorgang ermöglicht eine Prothese, deren Prothesenbasis nahezu frei von Restmonomeren ist und so ein nur geringes Reizpotential für die Schleimhaut einwirkt.
Langzeitprovisorium
provisorische Versorgung von beschliffenen oder fehlenden Zähnen über einen längeren Zeitraum über mindestens drei Monate; bevor die definitive Versorgung eingegliedert wird, muss die Heilphase und die damit verbundenen Umbauvorgänge an Schleimhaut und Knochen abgewartet werden.
Laserschweißen
lotfreie Verbindung von denselben oder verschiedener Metalle, hauptsächlich unter Verwendung von CO2- und ND:YAG-Lasern. Dabei ist zu beachten: Nur die vom Metall absorbierte Energie führt zur Aufheizung, der reflektierte Teil geht für den Schweißvorgang verloren. Durch sandstrahlen (aufrauen) muss die Oberfläche des Werkstücks daher so vorbereitet werden, dass möglichst große Strahlanteile absorbiert werden. Das Werkstück wird mit der Hand im geschlossenen Schweißraum in den durch eine Hilfsleuchte und ein Fadenkreuz markierten Brennpunkt des Gerätes gebracht; die visuelle Kontrolle geschieht durch ein Stereomikroskop.
Läsion
Verletzung.
latent
im Stillen, verborgen.
lateral
seitlich von.
Latex
gummiartiger Grundstoff, der natürlich von kautschukliefernden Pflanzen gewonnen oder synthetisch hergestellt wird. Vor allem in der Chirurgie sind Latexhandschuhe für ein keimfreies Arbeiten unerlässlich. Latex ist wegen seiner hohen Allergierate auf natürliches Latex - besonders bei gepuderten Handschuhen - in den letzten Jahren ins Gerede gekommen.
Legierung
Vermischungen eines Grundmetalls mit einem oder mehreren Elementen zur Verbesserung oder zur Erzielung neuer Eigenschaften des Grundmetalls. Ziel ist es, die positiven Eigenschaften verschiedener Metalle wie Härte, Farbe, Mundbeständigkeit und viele andere in einer Legierung zu vereinen. In der Zahnheilkunde kommen die sogenannten Dentallegierungen zum Einsatz; deren Hauptbestandteile hauptsächlich Gold, Platin, Palladium, Silber, Kupfer, Zinn, Zink, Indium, Iridium, Ruthenium, Gallium, Rhodium, Titan, Tantal, Eisen, Mangan, die in sehr unterschiedlichen Mengenverhältnissen vorhanden sind. Für die Herstellung von festsitzendem Zahnersatz werden vor allem Legierungen auf der Basis von Gold verarbeitet – reines Gold allein ist zu weich, um in die Mundhöhle inkorporiert zu werden. Bei der Auswahl der Legierung ist auf hochwertige Materialien und ihre korrekte Verarbeitung großen Wert zu legen, um den Patienten vor werkstoffbedingten Schädigungen zu schützen. Lediglich von reduzierten oder Palladium-Kupfer-Legierungen ist abzuraten.
Leitungsanästhesie
lokale Betäubung oder Nervenblockade, die im Unterkiefer nicht den einzelnen Zahn, sondern mehrere Backenzähne gleichzeitig betäubt. Dabei wird der Unterkiefernerv mit einem Betäubungsmittel umspritzt und das gesamte Versorgungsgebiet von der Einstichstelle abwärts betäubt.
Lichtpolymerisation, Photopolymerisation
Verfahren zum Aushärten von Kunststoffen. In der Zahnheilkunde angewandtes Verfahren zum Aushärten von Füllungskunststoffen und zur Fissurenversiegelung mit speziellen UV-Leuchten. In der Zahntechnik werden lichthärtende Löffelmaterialien, Prothesenkunststoffe und Verblendmaterialien in Lichthärtegeräten polymerisiert.
Lingua
Zunge.
lingual
zur Zunge hin, zungenwärts.
Lingualbügel
auch Sublingualbügel (Unterzungenbügel) genannt; gebogener, in der Regel aber gegossener Metallbügel, der zwei Prothesenteile (Sättel) miteinander verbindet.
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
ein- oder doppelseitige Fehlbildungen infolge ausbleibender oder gestörter Verwachsung der Gesichtsfortsätze im 1.-2. Embryonalmonat.
Lippenbändchen
verläuft jeweils im Ober- und Unterkiefer von der Lippeninnenseite hin zum Alveolarfortsatz.
Lippenspalte
angeborene Entstellung der Oberlippe (Gesichtsspalte, Hasenscharte).
Liquor
Flüssigkeit.
Lokalanästhesie
örtliche Betäubung zur Schmerzausschaltung eines bestimmten Körpergebietes. Es wird unterschieden zwischen Infiltrationsanästhesie, Leitungsanästhesie und Oberflächenanästhesie. Die pharmakologischen Substanzen haben eine chemische Wirkung auf die Leitfähigkeit der Nervenströme; um ein Verweilen des Mittels an dem Betäubungsort zu verlängern, werden ihnen gefäßverengende Stoffe (z.B. Adrenalin) zugesetzt.
Lückengebiß
Bezeichnung für ein Gebiß mit fehlenden Zähnen. Um die verschiedenen Lückengebisse klassifizieren zu können, schuf der Amerikaner Kennedy die nach ihm benannten Kennedy-Klassen.
Lückenhalter
Hilfsmittel zur Verhinderung der entstandenen Zahnlücke nach frühzeitigem Milchzahnverlust. Platzhalter für den bleibenden Zahn. Die der Lücke benachbarten Zähne werden i.d.R. umbändert und mit einer über die Lücke verlaufenden Drahtschlinge verbunden.
lutschoffener Biß
durch zu lang anhaltendes Lutschen und Nuckeln erworbene Fehlbildung, bei welcher die Schneidezähne nicht mehr zusammenbeißen können.
Luxation
Verrenkung oder Ausrenkung eines Gelenks; diese kann vorübergehend oder aber permanent und hat eine vollständige Verlagerung der Gelenkflächen, unter gleichzeitiger Überdehnung bzw. Zerreißung von Teilen der Gelenkkapsel oder des Bandapparates verursachen. In der Folge können die Backenzähne nicht mehr geschlossen werden.

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Mahlzähne
die großen Backenzähne, Molaren.
maligne
bösartig.
Mandibula
lateinische Bezeichnung für Unterkiefer.
Mantelkrone
siehe unter Jacketkrone.
marginal
auf dem Rand, zum (Zahnfleischrand) gehörig.
Marylandbrücke
siehe unter Klebebrücke.
Matrize
1.) Hilfsmittel zur Anfertigung einer Füllung mit plastischem Füllmaterial im Approximalraum.
2.) Teil eines Geschiebes beim Zahnersatz zur Aufnahme der Patrize, welches sich an dem nicht herausnehmbaren Teil des Zahnersatzes befindet.
Maxilla
lateinische Bezeichnung für den Oberkiefer.
maxillar
zum Oberkiefer gehörig, den Oberkiefer betreffend.
medial
zur Körpermitte hin.
Medianebene, Sagittalebene
Schädelebene, die senkrecht durch die Mitte des Gesichtsschädels führt und die rechte von der linken Hälfte trennt.
Medizinproduktegesetz, MPG
Gesetz (nach der Europa-Norm 46001) zur Sicherung der Qualität von medizinischen Produkten; demnach müssen medizinische Erzeugnisse, bevor sie in Verkehr gebracht werden fest vorgeschriebenen Kriterien erfüllen: Sicherheit (z.B. weitgehende Vermeidung von Nebenwirkungen, Gewährleistung von elektrischer und mechanischer Sicherheit), Leistung u. Nutzen (z.B. Sicherstellung des therapeutischen Nutzens, klinische Bewertung des Produktes) und Überwachung (z.B. des Herstellers, des Produktlebenszyklus). Medizinprodukte müssen das Zertifikatszeichen 'CE' tragen. Seit dem Jahr 2002 dürfen innerhalb der Europäischen Union (EU) nur noch zertifizierte Produkte von zertifizierten Anbietern in den Verkehr gebracht werden.
Membran
dünne Zellschicht des Körpers, meist zur Abgrenzung von Körperflüssigkeiten.
mesial
in der Zahnheilkunde gebräuchliche Lage-/Richtungsbezeichnung: zur Kiefermitte hin (Mitte des Zahnbogens, also die mittleren Schneidezähne); noch vorne, vor.
Mesialbiß
abnorme Bißlage des Unterkiefers zum Oberkiefer; der Unterkiefer ist nach mesial (vorn) verlagert.
Mesialschraube
Hilfsmittel bei der Regulierung von Zähnen; die in der Mitte des Behandlungsgeräts sitzende Mesialschraube dehnt durch Aktivierung den Kiefer.
Metallgußfüllung
siehe unter Einlagefüllung.
Metallkeramik
korrekter als VMK-Technik (Verblendmetallkeramik) bezeichnet, zur Versorgung beschliffener Zähne mit Zahnersatz aus Kronen und Brücken. Auf ein für die keramische Verblendung vorgesehenes Gerüst aus einer Metall-Legierung wird mittels eines Sinterungsprozesses die keramische Masse in speziellen Brennöfen aufgebrannt. Mit der Kombination aus stabilem Grundgerüst, guter Ästhetik, Sicherheit im Herstellungsprozess und jahrzehntelanger klinischer Erfahrung stellt die Metallkeramik das Mittel der Wahl in der festsitzenden Versorgung dar.
Mikroben, Mikroorganismen
Sammelbegriff für kleinste, mikroskopisch noch darstellbare Kleinstlebewesen wie Bakterien, Pilzen, Protozoen oder Viren.
Mikromotor
kleiner, leichter und durchzugsstarker Elektromotor zum Antrieb von zahnärztlichen Bohrmaschinen mit ca. 50000 U/Minute.
Milchsäure
stark ätzende organische Säure, die unter dem Einfluß von Milchsäurebakterien (durch die Milchsäuregärung aus Zucker) Karies auslösen kann, den Zahn entkalkendes Stoffwechselprodukt; entsteht. Außer in der Mundhöhle kommt Milchsäure in saurer Milch und in Sauerkraut vor.
Milchzahn
mit etwa dem 6. Lebensmonat durchbrechende erste Zähne des Kleinkindes. Am Ende der Zahnung (nach ca. 30 Monaten) hat das menschliche Gebiss 20 Milchzähne. Der Name leitet sich von der hellen, kreideartigen Einfärbung der Milchzähne ab. Mit ihrer großen Nervhöhle und der geringen Schichtstärke des Schmelzes sind sie viel schwächer als die bleibenden Zähne; daher schreitet eine Zerstörung des Zahnes durch Karies relativ schnell voran.
mimische Muskulatur
sind die Muskelgruppen, die vom Facialis-Nerv beeinflusst werden und für den Ausdruck des Gesichtes, die Mimik, verantwortlich sind.
Mineralisation
Verkalken; Einlagerung von Fluoriden und Kaliumsalzen bei der Bildung von Knochen und Skelett in organische Substanzen.
Miniplast-Schiene
im Tiefziehverfahren hergestellte Plastikschiene mit einer Stärke von 0,5 - 1mm; sie findet Verwendung als Aufbißschiene bei Funktionsstörungen des Kauapparats, fixiert gelockerte Zähne, dient als Träger für Medikamente (Fluoridierung und Bleichen von Zähnen) und wird für die Herstellung von Langzeitprovisorien benötigt.
MOD - Füllung
große Füllung eines Zahnes mit drei Flächen; der Name beschreibt die lateinischen Abkürzungen über die Ausdehnung der Füllung: mesial, okklusal, distal.
Modellguß
zahntechnische Bezeichnung für einen aus Edelmetall oder aus einer Chrom-Kobalt-Legierung hergestellten herausnehmbaren Teilprothese; dabei wird das erhitzte flüssige Metall in einer speziellen Gussform auf ein feuerfestes Modell gegossen.
Vorteile einer Teilprothese aus Modellguss sind:
  • fast kein Beschleifen natürlicher Zähne nötig,
  • optimale Reinigungsmöglichkeit nach Entnahme aus dem Mund,
  • kostengünstige Herstellung bei Verwendung in der Herstellung mit Kobalt-Chrom-Legierungen.
Nachteilig sind:
  • Beeinträchtigung der Ästhetik durch sichtbare Klammern,
  • Tragekomfort und Kaugefühl schlechter als bei festsitzendem Zahnersatz,
  • psychologischer Effekt durch fehlende Zähne,
  • mögliche Schädigung des Zahnschmelzes durch die Klammern.
Molar, Molaren
lateinische Bezeichnung für die Mahlzähne (Backenzähne) der menschlichen Kiefer. Die bezogen auf die Kaufläche größten Zähne des Menschen liegen in ihrer Position am weitesten nach distal (hinten) im Kiefer. Als sogenannte Milchmolaren sind sie 8 mal vorhanden, das bleibende Gebiss dagegen weist einschließlich der vier Weisheitszähne 12 Molaren auf. Sie bilden in der Regel im Oberkiefer drei Wurzeln, im Unterkiefer zwei Wurzeln aus.
Morbus
lateinische Bezeichnung für Krankheit, Leiden.
Motorik
alle bewußt ablaufenden Bewegungsvorgänge des Körpers.
Mukosa
die Schleimhaut einschließlich ihrer Schleimdrüsen, die die inneren Körperoberflächen bedecken.
Multibandtechnik
Behandlungsmethode mit einer festsitzenden Apparatur in der Kieferorthopädie. Wo früher die Zähne mit Bändern versehen wurden, werden die Geräte heute im sichtbaren Bereich meist mit Brackets mittels Ätztechnik verklebt.
Munddusche
ergänzendes Hilfsmittel zur Zahnbürste zur Beseitigung von Speisresten im Anschluss an das Zähneputzen, speziell in den Zwischenräumen der Zähne und unter festsitzendem Zahnersatz. Bei unsachgemäßer Anwendung des Wasserstrahls können Erreger in die Tiefe der Zahnfleischtasche und im weiteren Verlauf in den Blutkreislauf gelangen.
Mundgeruch
hervorgerufen hauptsächlich durch schlechte Mundhygiene, durch Karies zerstörte Zähne, Entzündungen des Zahnfleischs und schlecht heilende Extraktionswunden; der Mundgeruch entsteht durch die bakterielle Zersetzung von Speiseresten, Zellen, Blut und einigen chemischen Komponenten des Speichels. Die in diesen Substanzen enthaltenen Proteine und andere chemische Stoffe werden in einfachere Komponenten aufgespalten; in Folge dieses Prozesses entsteht eine hohe Zahl (über 400 wurden bisher entdeckt) an flüchtige Substanzen (z.B. Fettsäuren und Schwefelverbindungen). Die raue Oberfläche der Zunge weist besonders in ihrem hinteren Drittel häufig bakterielle Beläge und Essensreste auf, die meist die Ursache für den schlechten Mundgeruch sein sollen. Beim Sprechen und Schlucken werden zwei Drittel der Zunge durch den Kontakt mit dem Gaumen gesäubert. Unterstützend lässt sich die Oberfläche der Zunge mit speziellen Bürsten und Schaber, die im Fachhandel zu beziehen sind, reinigen. Für eine Verhinderung der Anhäufung von Stoffwechselprodukten sorgen spezielle Bestandteile des Speichels, die die Beseitigung der Bakterien erleichtert. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt der Speichel, welcher durch seine Bestandteile eine Anhäufung von Stoffwechselprodukten verhindert und eine Beseitigung von Bakterien erleichert. So ist auch der morgendliche Mundgeruch zu erklären, da während des Schlafens die die Menge des produzierten Speichels wesentlich geringer ist.
Mundhygiene
Sammelbegriff aller hygienischen Maßnahmen innerhalb der menschlichen Mundhöhle.
Mundschutz
auch Zahn- oder Boxerschutz genannt; herausnehmbarer Behelf zum Schutz von Zähnen und Kiefer bei verletzungsträchtigen Sportarten wie Boxen, Baseball, Football, Hockey, Squash oder Skateboard. Der Mundschutz, der den Aufprall dämpft und gleichmäßig auf ein möglich große Fläche verteilt, wird nach der Abdrucknahme individuell aus einem elastischen aber trotzdem festen Material hergestellt den Zahnreihen und dem Kiefer exakt angepasst. Dieses etwas teurere individuelle Verfahren ist dem im Sportfachhandel zu beziehenden konfektionierten Mundschutz eindeutig überlegen.
Mundvorhofplatte
zahnärztliches aus Kunststoff gefertigtes Behandlungsmittel zur Vorbeugung und Frühbehandlung von Lutschgewohnheiten, offenem Biß und Mundatmung. Die Form ähnelt der eines Schnullers.
Mundwasser
die Mundhygiene unterstützende Flüssigkeiten, die mit alkoholischen oder ätherischen Zusätze verleihen eine angenehme Frische verleihen, wobei eine normale Mundpflege aber nicht ersetzt wird. Zur Abtötung von Bakterien bei Zahnfleischerkrankungen wird Chlorhexidin® vom Zahnarzt verordnet und zur Kariesvorbeugung werden Lösungen mit Fluoridgehalt zur Ergänzung der Mundpflege eingesetzt.
Muzin
Bestandteil des Speichels, der die Nahrung für den Schluckakt gleitfähig macht. Muzin enthält als Hauptbestandteil an Eiweiß gebundenen Zucker und sorgt für das Festsaugen von Vollprothesen an der Mundschleimhaut von Ober- und Unterkiefer.

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Nachblutung
Blutung im Anschluss eines chirurgischen Eingriffes, verursacht durch die Verletzung von Blutgefäßen oder durch Störung der Blutgerinnung. Tritt die Blutung nach der fachgerechten Wundversorgung außerhalb der Praxis auf, so ist unbedingt zahnärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Nahrungsstoffe
Zusammengefasste Bezeichnung für alle Nährstoffe, die zum Leben benötigt werden, wie Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Wasser, Salze, Vitamine, Spurenelemente. Sie sind in der Regel an die so genannten Ballaststoffe gebunden.
Narkose
Betäubung des gesamten Körpers (Vollnarkose) durch Inhalieren (einatmen) oder Einspritzen von Narkosemitteln in die Vene. Auf Grund des allgemeinen Narkoserisikos und der Notwendigkeit der Mitarbeit des Patienten bei der Behandlung, werden nur sehr selten Vollnarkosen in einer Zahnarztpraxis angewendet, z.B. bei der Entfernung aller Weisheitszähne in einer Sitzung oder umfangreichen Operationen.
Nasennebenhöhle
siehe unter Kieferhöhle.
Nasolabialfalte
auch Nasenlippenfalte genannt; sie verläuft vom äußeren Ansatz des unteren Nasenflügels zu den Mundwinkeln. Besonders bei vollständiger Zahnlosigkeit ist die Falte durch Einfallen der Lippe stark ausgeprägt, kann aber gut durch Zahnersatz wieder kaschiert werden.
Nekrose
Absterben von Gewebe in einem bestimmten Bereich, hervorgerufen durch Bakterien, Störungen der Durchblutung, Hitze, Kälte, Verletzung durch einen Unfall oder Druckstellen schlecht sitzender Prothesen.
Nelkenöl
Betäubungs- und Desinfektionsmittel in der Zahnheilkunde.
NEM-Legierung
In der Zahntechnik verwendete Legierung aus Nicht-Edel-Metall. Sehr stabil, mundbeständig und m Gegensatz zu Hochgold-Legierungen wesentlich günstiger im Materialpreis; daher für umfangreichen Zahnersatz, wie zum Beispiel für Stahlprothesen geeignet. Die Herstellung von Kronen und Brücken aus einer NEM-Legierung wird hauptsächlich bei eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten des Patienten angewendet, da der Herstellungsprozess sehr viel aufwendiger ist als die Verarbeitung von edelmetallhaltigen Legierungen.
Nervus trigeminus
auch Drillingsnerv oder Gehirnnerv genannt; als Empfindungsnerv versorgt er die Teilbereiche von Kopf- Gesichts-, Binde- und Regenbogenhaut der Augen; ausserdem die harte Hirnhaut, Schleimhäute der Nase, Nebenhöhlen, Mund, Zunge und die Zähne. Er versorgt als Bewegungsnerv die Kaumuskulatur und den Spannmuskel des Trommelfells. Nach Austritt aus dem Hirnstamm teilt sich der Nervus Trigeminus in Augen-, Oberkiefer- und Unterkieferast.
neural
den Nerv betreffend, vom Nerv ausgehend.
Neuralgie
Nervenschmerz; Ursachen können Entzündungen, mechanische Schädigungen und Allergien sein.
Neurologie
Lehre von den Nerven und deren Erkrankungen.
Neutralbiß
Bezeichnung für einen „normalen“ (eugnathen) Biss; die Zähne von Ober- und Unterkiefer sind regelrecht miteinander verzahnt, die oberen Zähne beißen dabei bis zu einem Drittel über die unteren.
Ney-Klammer
Klassifizierung von gegossenen Klammern an Stahlplatten in der Regel aus NEM-Legierungen bei herausnehmbaren Zahnersatz.
Nickellegierungen
früher hauptsächlich bei der Herstellung von Drähten in der Kieferorthopädie verwendet; allergische Allergien auf Nickel lassen diesen Bestandteil aber immer weniger in der Zahntechnik Verwendung finden.
Nonokklusion
teilweises oder auch vollständiges Nichtzusammentreffen (Aufeinanderbeißen) der Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer.

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Oberkiefer
lateinisch: Maxilla.
Odontium
das gesamte zum Zahn gehörende Gewebe: Schmelz, Dentin, Pulpa und Parodontium.
Odontoblasten
Zellen, die innerhalb der Zahnpulpa für die Dentinbildung verantwortlich sind; sie sind solange aktiv, wie der Zahn vital ist und bilden bei der Behandlung der Karies neues Zahnbein.
Öffnungskurve
bedingt durch den anatomischen Aufbau des Kiefergelenkes beschreibt der Unterkiefer beim Öffnen nur anfangs wie bei einem Scharniergelenk eine Kreisbahn, bei weiterer Öffnung gleitet der Unterkiefer dann auf der Gelenkbahn nach vorn und unten, so daß sich eine kombinierte Dreh- und Gleitöffnungskurve ergibt.
offener Biß
ein ungenügender Kontakt aller oder einiger Zähne von Ober- zu Unterkiefer, hauptsächlich im Bereich der Schneidezähne. Als Hauptursache hat sich das Daumenlutschen herausgestellt, weniger bedeutend sind genetische Ursachen oder eine falsche oder nicht zu Ende geführte Behandlung mit kieferorthopädischen Geräten.
Ohrspeicheldrüse
ist die größte der Speicheldrüsen, deren Drüsenausgang in etwa der Höhe des 1. und 2. oberen Backenzahnes in die Mundhöhle mündet. Eine ihrer Entzündungen wird Mumps genannt.
OK
Abkürzung für den Oberkiefer.
Okkludator
eine Art einfacher Artikulator, der zur Nachahmung der Kieferbewegung nur eine einfache Drehbewegung zuläßt.
okklusal
zur Kaufläche hin; an oder auf der Kaufläche.
Okklusion
Berührung einzelner oder aller Kauflächen der Zähne des Unterkiefers mit denen des Oberkiefer bei zwanglosem Kieferschluss (Ruheposition).
Okklusionseinheit
beschreibt im Gegensatz zur Kaueinheit die Kontaktposition von 3 Zähnen beim Schließen der Kiefer, wobei entweder 2 Zähne des Oberkiefers mit einem des Unterkiefers oder umgekehrt sich berühren.
Okklusionsfläche
die Kaufläche der Backenzähne.
Onlay
Füllung aus einer Metall-Legierung, welche zum Schutz des Zahnes die durch Karies und anschließende Präparation verloren gegangene ursprüngliche anatomische Form durch Übergreifen der kautragenden Höcker wieder aufbaut. Der Übergang zur Teilkrone ist fließend.
opak
lichtundurchlässig, kreidig.
Opazität
bezeichnet den Grad der Lichtdurchlässigkeit eines Körpers. Eine Metallkrone z. B. erscheint auf einem Röntgenbild als eine helle Stelle, da sie eine hohe Opazität aufweist und so die Strahlen kaum passieren lässt.
oral
den Mund, die Mundhöhle betreffend.
Organ
Körperteil mit einer bestimmten Funktion. Die Gesamtheit aller Organe nennt man Organismus.
organisch
zu einem Organ gehörend, gewachsen, belebt.
Orthodontie
ähnlich der Kieferorthopädie die Lehre von der Behandlung der Zahnfehlstellungen, die sich aber hauptsächlich mit der orthodontischen Regulierung durch festsitzenden Apparaturen auseinandersetzt.
Orthognathie
auch Eugnathie genannt, beschreibt den regelkonformen Zusammenschluss der Zähne von Ober- und Unterkiefer mit einem neutralen Biss.
Os
lateinische Bezeichnung für Mund oder Knochen.
Ostektomie
die Entfernung von Knochen.
Osteoblast
Knochen bildende Zelle.
Osteoklast
Knochen abbauende Zelle.
Osteoplastik
Verpflanzung von körpereigenem oder körperfremden Knochen in eine Knochendefekt; dieser transplantierte Knochen stirbt dabei ab, seine knochenbildenden Zellen überleben aber zum großen Teil und bilden einen neuen und voll funktionstüchtigen Knochen.
Osteosynthese
eine Form der Bruchbehandlung eines Kiefers; die Bruchstücke werden durch den Chirurg zusammengefügt und mit Platten oder Schrauben fest miteinander fixiert. Vorteil ist die sofortige Belastbarkeit; nachteilig jedoch die spätere Entfernung der Platten oder Schrauben durch einen chirurgischen Eingriff.
Osteotomie
Durchtrennung bzw. Entfernung eines Knochenteils, um z.B. einen von Knochen umgebenen Weisheitszahn zu entfernen.
Ostitis
Knochenentzündung.

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palatinal
den Gaumen betreffend, zum Gaumen hin, gaumenwärts.
Palatum
lateinische Bezeichnung für den Gaumen; es werden der harte vordere und der und weiche hintere Gaumen unterschieden.
Palladium
sehr hartes Edelmetall von silbrig-weißer Farbe. Um die Korrosions- und Mundbeständigkeit von Zahnersatz zu gewährleisten, ist Palladium als geringer Bestandteil in den meisten Legierungen für Zahnersatz enthalten. Unverträglichkeiten zwischen Mundmilieu und Palladium haben sich nur durch dessen Verbindung mit Kupfer oder einer Überdosierung ergeben.
Pantographie
außerhalb des Mundes durchgeführte Aufzeichnung horizontaler und vertikaler Bewegungen von Kiefergelenk und Eckzähnen mit einem speziellen Gesichtsbogen. Die so gewonnene Darstellung der Unterkieferbewegungen dient zur späteren Programmierung eines Artikulators.
Parafunktion
unnatürliche Funktion des Kausystems durch Pressen und Knirschen der Zähne, aber auch durch das Beißen auf Lippe, Wange und das Kauen auf Bleistiften und Fingernägeln. Die Ursachen liegen meist in psychischer Belastung. Diese vom Patienten unbewußt durchgeführten „Unarten“ können parodontale Erkrankungen hervorrufen oder im breits parodontal vorbelasteten Gebiß Schäden bis hin zum Zahnverlust anrichten. Für den Zahnarzt werden solche Schädigungen im Frühstadium sichtbar durch Abrasionen auf den Kauflächen. Die Behandlung erfolgt durch die Anwendung von Aufbißschienen, wobei eine Ursachenausschaltung der psychischen Belastung für den Erfolg der Behandlung unerlässlich ist.
Paramolar
überzähliger Seitenzahn, der meist im Oberkiefer zwischen Backenzahn und Wange herauswächst. Er sollte entfern werden, da eine natürliche Reinigung und das Zähneputzen nur bedingt möglich sind.
parapulpär
neben der Pulpa (Zahnnerv) gelegen.
Parese
unvollständige Lähmung von Muskeln; z.B. bei der Fazialisparese.
parodontal
das Parodontium (Zahnhalteapparat) betreffend.
Parodontalabszeß
eine schmerzhafte Entzündung der Zahnfleischtaschen hervorgerufen durch die Tiefe und Infektion der betroffenen Tasche.
Parodontalbehandlung
umfangreiche Maßnahmen zur Behandlung des erkrankten Zahnhalteapparates.
Parodontalsonde
eine Sonde mit integrierter Meßskala, mit deren abgerundeter Spitze die Tiefe einer Zahnfleischtasche und deren Grad der Entzündung festgestellt wird.
Parodontalspalt
gelenkartiger Spalt zwischen dem Zahnfach (Alveole) und der Zahnwurzel (auch Periodontalspalt oder Desmodontalspalt genannt). Die nicht mit dem Kieferknochen verwachsene Zahnwurzel ist elastisch mit Fasern im Zahnfach befestigt, die eine federnde Übertragung der einwirkenden Kräfte auf die Alveole zulassen. Der Parodontalspalt kann röntgenologisch bei Entzündungen und Überlastung des Zahnes als verbreiteter Spalt sichtbar gemacht werden.
Parodontalstatus
Befunderhebung des Zahnhalteapparates vor Beginn einer Behandlung des Parodontiums.
Parodontitis
entzündlicher Schwund des Zahnhalteapparates (Parodontium).
Parodontium
Zahnbett oder Zahnhalteapparat; ein funktionelles System, das sich aus dem Zahnfleisch, der Wurzelhaut des Zahnes und dem Alveolarknochen zusammensetzt. Es besteht aus Geweben, die für die Ernährung des Zahnes und für seine elastische Befestigung verantwortlich sind.
Parodontologie
Lehre vom Parodontium, einschließlich dessen Erkrankungen und deren Behandlung.
Parodontopathien
Sammelbegriff für alle Erkrankungen des Parodontiums. Verschiedene Ursachen können dafür verantwortlich sein: Am meisten verbreitet sind Entzündungen wie Gingivitis und Parodontitis. Es können aber auch in Folge von Allgemeinerkrankungen (Diabetes, Mangelernährung etc.) Parodontopathien hervorgerufen werden, ebenso durch Verletzungen, Gewalteinwirkungen, Wucherungen des Zahnfleisches oder durch funktions- oder altersbedingter Rückgang des Zahnhalteapparates.
Parodontose
laienhafte Bezeichnung für gelockerte Zähne mit freiliegenden Zahnhälsen. Vergleichbar nur mit dem alters- oder funktionsbedingten Rückgang des Zahnhalteapparates.
Parodontosebehandlung
Komplexe Behandlung des erkrankten Zahnhalteapparats (Parodontium).
partiell
zum Teil, teilweise.
Pathologie
Krankheitslehre und Krankheitsforschung (die Lehre vom Leiden).
pathologisch
krankhaft.
Patrize
Ergänzungsteil zur Matrize (siehe Geschiebe).
Perforation
Durchbohren, Durchlöchern; in der Zahnheilkunde kann es bei stark gekrümmten oder schwer zugänglichen Wurzelkanälen vorkommen, dass beim Aufbereiten des Wurzelkanals dieser durchstoßen und der umgebene Knochen verletzt wird, was häufig den Verlust des Zahnes zur Folge hat.
periapikal
die Wurzelspitze umgebend, um die Wurzelspitze herum.
perimandibulär
den Unterkiefer umgebend; um den Unterkieferrand herum.
Periost
Knochenhaut, die den Knochen mit ihrem von Nerven und Blutgefäßen versehenem Gewebe umgibt und ihn mit Nährstoffen versorgt.
peripher
am Rande befindlich, außerhalb liegend.
perkutan
durch die Haut hindurch.
permanentes Gebiß
bleibendes Gebiß oder Zähne; temporär hingegen steht für das Milchgebiß.
Pfeilerzahn
Begriff aus der zahnärztlichen Prothetik: einer der Zähne, der als Pfeiler für die Verankerung einer Brücke vorgesehen ist
Pfeilklammer
pfeilförmig gebogene Klammer, mit der ein kieferorthopädisches Gerät an den Zähnen befestigt wird. Da die Klammer im Interdentalraum ansetzt, kann bei dauerhaftem Einsatz die Interdentalpapille geschädigt.
Pharmakologie
Lehre von den Arzneimitteln und der Wirkung chemischer Substanzen auf Lebewesen.
Phosphatzement
eines der am häufigsten verwendeten Materialien in der Zahnheilkunde; er findet Anwendung als Unterfüllung einer definitiven Füllung oder als Befestigungszement für viele Arten von Zahnersatz. Phosphatzemente sind dauerhaft nicht speichelbeständig und werden ausgewaschen; daher muss zementierter Zahnersatz (Inlays, Kronen, Brücken) immer einen absolut passgenauen Randschluss aufweisen.
Pinlay
besondere Gussfüllung, die an ihrer Basis zum besseren Halt mit kleinen Verankerungsstiften versehen ist.
Plaque
weißliche, weiche Beläge an den Zähnen, bestehend aus einer bakteriendurchsetzten eiweißhaltigen Schicht, die nur durch Zähneputzen zu entfernen ist. Aus dieser Masse heraus entwickelt sich die Karies und der das Zahnfleisch schädigende Zahnstein, mit der zusätzlichen Gefahr, an Parodontitis zu erkranken.
Nur aus der P. heraus kann sich Karies und der für das Zahnfleisch so schädliche Zahnstein entwickeln.
plastische Füllungen
Füllungen aus Werkstoffen, die im Gegensatz zu Gussfüllungen während ihrer Verarbeitung direkt im Mund bis zur Erhärtung verformbar sind. Die plastischen Füllungen stellen den Hauptanteil aller im Mund gelegten Füllungen dar, z.B. sind Komposites und Amalgame.
Plombe
laienhafte Bezeichnung für eine im präparierten Zahn gelegte Füllung.
Politur
notwendiges Verfahren zur Vergütung von Oberflächen: in der Zahnheilkunde die Oberfläche einer Füllung oder eines Zahnersatzes, aber auch die Glättung der natürlichen Zahnoberfläche nach der Entfernung von Zahnstein. Polituren werden unter Verwendung von geeigneten Poliermitteln wie Wachse, Fette oder Pasten mechanisch mit Polierbürsten vorgenommen. Der Entstehung von Verfärbungen und Bakterienansiedelungen wird hiermit vorgebeugt.
Polyglas
weißes Füllungsmaterial mit Füllkörpern auf einer speziellen Glasbasis, die für bessere Härte- und Schrumpfungseigenschaften sorgen.
Polymerisationsschrumpfung
insbesondere bei der Verarbeitung von Kunststoffen für Prothesen und Füllungen auftretende unerwünschte Materialschrumpfung.
Porzellan
Keramik mit hoher Dichte aus Kaolin, Feldspat und Quarz. Für Zahnersatz (Keramikverblendungen für Kronen und Brücken) wird ein hoher Anteil an Feldspat benötigt, da hier eine besonders hohe Härte des Materials notwendig ist. Durch Zugabe von Metalloxiden lässt sich die Intensität der verschiedenen Zahnfarben beeinflussen.
Positioner
in der Kieferorthopädie gebräuchliches herausnehmbares Gerät aus weichbleibendem Kunststoff. Ziel ist die Fixierung eines zuvor regulierten Gebisszustandes verbunden mit der Möglichkeit kleinerer Korrekturen von Zahnstellungen.
Prämolar
vorderer oder kleiner Backenzahn; jeweils zwei befinden sich im bleibenden Gebiss vor (prä) den großen Backenzähnen (Molaren) auf beiden Seiten von Ober- und Unterkiefer.
Präparation
fachliche Bezeichnung für das Bearbeiten von Zähnen mit rotierenden Instrumenten für die Vorbereitung einer Versorgung mit Füllungen oder Kronen; um den Zahn durch die dabei entstehende Wärme nicht zu schädigen, wird Wasser zur Kühlung eingesetzt. Die durch eine z.B. Tangential-, Hohlkehl- oder Stufenpräparation entstandenen Kavität wird mit einem speziellen Abdrucklöffel abgeformt und zur Herstellung des Zahnersatzes in ein zahntechnisches Labor geschickt. Bis zu dessen Eingliederung wird die Kavität mit einem Provisorium versorgt.
Präparationstrauma
Schädigung der Pulpa (Zahnnerv) durch Überhitzung des Zahnes durch ungenügende Kühlung, zu starkem Druck oder abgenutzte Schleifinstrumente. Diese thermische Schädigung hat in der Regel ein Absterben des Gewebes zur Folge. Dies führt meist nach der Zementierung des Zahnersatzes zu schmerzhaften Reaktionen und zu Eiterungen.
Prävention
Maßnahmen in der Medizin zur Früherkennung von Erkrankungen und deren Behandlung. In der Zahnheilkunde unterscheidet man neben der Prophylaxe oder Kariesvorbeugung mehrere Maßnahmen zur Prävention.
Praxisgemeinschaft
siehe Gemeinschaftspraxis.
Praxislabor
siehe Labor.
Private Krankenversicherung (PKV)
ca. 9% der deutschen Bevölkerung sind als Vollmitglied einer privaten Krankenversicherung registriert. abgeschlossen; häufiger jedoch ist die Mitgliedschaft einer so genannten Zusatzversicherung, die Leistungen z.B. für außervertraglichen Zahnersatz absichert.
Progenie
umgekehrter Überbiß der Frontzähne, eine Form der sogenannten Dysgnathie; die unteren Schneidezähne beißen über die Schneidezähne des Oberkiefers, was zu einem vorstehenden, prominentem Kinn führt. Man unterscheidet zwischen der echten Prognathie (progener Zwangsbiß), bei welchem einzelne oder alle oberen Schneidezähne hinter die Zähne des Unterkiefers beißen und die Pseudoprogenie (unechte Progenie), die ihren Ursprung in einem zu kleinen Oberkiefer bei normalem Unterkiefer hat. Die Behandlung der echten Progenie ist, da sie vererbt wurde, besonders schwierig zu behandeln. Da kieferorthopädische Behandlungen nicht immer zum Erfolg führen, können operative Eingriffe zur Beseitigung der Progenie notwendig werden.
Prognathie
Vorstehen des Oberkiefers über das anatomisch normale Maß hinaus (eine Form der sogenannten Dysgnathie); der Oberkiefer ist zu groß und nach vorne ausgedehnt (echte Prognathie) oder einzelne Schneidezähne sind allein oder in Kombination mit dem Alveolarknochen nach vorne deformiert (z.B. Lutschprotrusion). Behandelt wird die Prognathie durch festsitzende oder herausnehmbare kieferorthopädische Geräte, zuweilen kombiniert mit der Entfernung eines kleinen Backenzahnes im Oberkiefer. Dieses Verfahren ist im Gegensatz zur Behandlung einer Progenie häufiger erfolgreich. Nur in besonders schweren Fällen oder im Erwachsenenalter wird zusätzlich zu einer kieferorthopädischen Behandlung ein chirurgischer Eingriff nötig.
Prothese, zahnärztliche
zahntechnisches Werkstück zum Ersatz einzelner oder aller Zähne, im allgemeinen Sprachgebrauch auch Gebiss genannt. Man unterscheidet zwischen einer partiellen- oder Teilprothese, gefertigt aus einer Stahllegierung und Kunststoff und einer Vollprothese, die meist komplett aus Kunststoff hergestellt wird, wobei die Zähne selbst aus Keramik, häufiger aber aus Kunststoff bestehen. Nach dem Zahnheilkundegesetz sind Abdrucknahme, Registrierung der Bisslage, Farbbestimmung und die spätere Eingliederung der Prothese ausschließlich zahnärztliche Maßnahmen nach dem so genannten Dienstvertrag. Die Anfertigung des Zahnersatzes erfolgt auf Weisung des Zahnarztes durch ein beauftragtes Dentallabor im Rahmen des Werkvertrages.
Prothesenpflege
Zahnersatz muss regelmäßig einer gründlichen Reinigung außerhalb des Mundes unterzogen werden; mangelhafte Pflege kann neben einem schlechten Mundgeruch auch eine Entzündung des Zahnfleisches (Prothesenstomatitis) zur Folge haben. Die Reinigung der Prothese erfolgt außerhalb des Mundes mit einer milden Zahnpasta ohne abrasive Stoffe oder durch spezielle Ultraschallbäder. Reinigungstabletten hingegen sorgen zwar für einen frischen Geschmack, können aber manche Kunststoffe auf Dauer angreifen. Die Empfehlung, das Gebiss nachts in ein Wasserglas zu legen, stammt noch aus der Zeit der Kautschukprothesen und gehört schon seit langem der Vergangenheit an. Eine gewissenhaft geputzte Prothese sollte auch nachts nicht aus dem Mund genommen werden.
Prothetik
Lehre von der Wissenschaft und Kunst des Ersatzes von verloren gegangen oder von Geburt an nicht vorhandenen Körperteilen. Die prothetische Zahnheilkunde widmet ihre Tätigkeit hauptsächlich der Wiederherstellung der Funktion verlustiger Zähne, fehlendem Knochengewebe und der dadurch hervorgerufenen kosmetischen Beeinträchtigung.
Provisorium
zeitlich befristete Versorgung in der Phase zwischen Abformung der Mundsituation und Eingliederung des definitiven Zahnersatzes. Festsitzende Provisorien auf präparierten Zähne (für Kronen- und Brückenersatz) werden zum Schutz vor thermischen und chemischen Reizen entweder direkt im Mund angefertigt oder nach Abdrucknahme individuell in einem Labor hergestellt. Zur temporären Schließung einer Zahnlücke, die später mit einer Brücke oder einer herausnehmbaren Prothese versorgt wird, fertigt der Zahntechniker nach dem Abdruck des Zahnarztes eine so genannte herausnehmbare Sofortversorgung (Immediatprothese). Diese schließt die Zahnreihen, sichert die Bisslage, bedeckt frische Extraktionswunden und dient letztlich der Kosmetik.
Pulpa
auch als Zahnmark oder laienhaft als Zahnnerv bezeichnet; sie bildet mit ihren zahlreichen Nerven- und Blutgefäßen lebendes Gewebe, welches die Pulpenhöhle einschließlich der Wurzelkanäle des Zahnes ausfüllt. Die Nerven der Zähne werden vom Trigeminusnerv versorgt. Die Außenfläche der Pulpa zum Zahn hin wird hauptsächlich aus den Odontoblasten gebildet, die für die Bildung des Dentins verantwortlich sind. Auch die Pulpa unterliegt einer natürlichen Alterung und schrumpft im Lauf der Jahre. Durch eine unbehandelte Karies kann die Pulpa angegriffen und zerstört werden, was häufig mit sehr starken Schmerzen verbunden ist. Die Folge ist in der Regel die Entfernung des Pulpengewebes mit abschließendem Verschluss des Wurzelkanals mit einer Wurzelfüllung.
Pulpitis
schmerzhafte Entzündung des Zahnmarks und gleichzeitig häufigste Ursache von Zahnschmerzen. Hervorgerufen wird eine Pulpitis durch verschiedene Faktoren: Die häufigste Ursache ist die Besiedelung des Zahnmarks mit Bakterien, bedingt durch eine unbehandelte und tiefe Karies oder die Entstehung von Sekundärkaries unter einer alten Krone oder Füllung, deren Abschluss zum Zahn einen Randspalt aufweist. Ebenso kann extreme Kälte oder die beim Präparieren des Zahnes auftretende Hitzeentwicklung bei ungenügender Kühlung während des Schleifvorgangs das Pulpengewebe nachhaltig schädigen. Minderwertiges Material für Kunststoff-Füllungen, Befestigungszemente oder Reinigungsmittel für Kavitäten können Auslöser für eine Pulpitis sein. Eine schmerzhafte Pulpitis kündigt sich in der Regel durch Empfindlichkeiten auf heiße oder kalte äußere Einflüsse und durch süße oder saure Nahrungsmittel an. Wird diesen Warnsignalen keine Beachtung geschenkt, besteht die Gefahr eines extrem schmerzhaften Pulpenabszesses (eitrige Entzündung der Pulpa), der auch mit Medikamenten kaum behandelt werden kann. Die Pulpa stirbt ab und kann ohne ärztlichen Eingriff an der Wurzelspitze weitere Eiterungen verursachen. Der Grad der Entzündung läßt sich nur sehr schwer bestimmen, annähernd aber lässt ein übersteigertes Kälteempfinden auf eine schwache Entzündung schließen, ein Schmerzempfinden auf Wärme kann schon ein Hinweis auf einen Eiterherd sein. Die Behandlung einer Pulpitis erfolgt primär durch die Beseitigung zur Entzündung führende Ursache, in der Regel eine tiefe Karies. Die Pulpa kann, soweit sie noch keinen Eiterherd in sich birgt, mit lokal aufzubringenden Medikamenten am Leben gehalten werden. Sollte der Schmerz nicht nachlassen, muss der Zahnnerv entfernt und eine Wurzelkanalbehandlung vorgenommen werden.

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Quadrant
in der ZHK verwendete Bezeichnung für eine Kieferhälfte.
Qualität
Beschreibung für die Beschaffenheit eines Produktes, im Bereich der Dienstleistung die Merkmale einer Tätigkeit. Die Qualität einer (zahn-)medizinischen Behandlung von vielen nicht normierbaren Faktoren abhängig; je nach Erwartungshaltung an das Behandlungsergebnis empfindet ein Patient mit geringem Anspruch eine zahnärztliche Leistung als hochwertig, die von einem anderen Patienten mit „High-Class-Anspruch“ abgelehnt wird. Komplikationen während des zahnärztlichen Eingriffs oder die begrenzten finanziellen Rahmenbedingungen der gesetzlichen Krankenversicherung erschweren die grundsätzliche Vorhersagbarkeit eines Behandlungsergebnisses. Ein zahntechnisches Werkstück hingegen lässt sich gut einer Norm unterwerfen, freilich auf dem Niveau, das der Patient gemeinsam mit seinem Zahnarzt als das geeignete festgelegt hat. Gerade beim Zahnersatz kommt es auf eine intensive und gegenseitig wertschätzende Zusammenarbeit zwischen Labor und Praxis an, denn ein vom Zahntechniker hergestellter Zahnersatz kann qualitativ nur so hochwertig sein wie die vom Zahnarzt gelieferten Unterlagen (Abdruck, Bissnahme, Farbauswahl etc). Sowohl die Zahnahnarztpraxis als auch das Dentallabor unterliegen einer Vielzahl qualitätssichernder Massnahmen, wie z.B. Röntgenverordnung, Medizinproduktegesetz und diverse die Arbeitssicherheit betreffende Verordnungen, die letzlich ebenso der Qualität der vom Patienten gewünschten Leistung dienen.
Qualitätsmanagement (QM)
auch „Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001“ genannt; es ist der bürokratische Versuch, die Qualität der Faktoren zu beschreiben, die das ärztliche Umfeld bestimmen. Diese DIN-Norm schreibt in ihrer Einführung: "Ein Qualitätsmanagementsystem (QM-System) soll dazu dienen, daß ein Kunde (Patient) Vertrauen in die Fähigkeiten des Lieferanten (Arztes) findet." Definiert wird 'Qualität' von Bürokraten wie folgt: "Qualität ist Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen." Das so definierte Qualitätsmanagement ist bei Ärzten sehr umstritten, da sich viele ärztliche Tätigkeiten nicht von Juristen definieren lassen und daher sehr praxisfremd erscheint.
Quartalsabrechnung
Begriff aus der 'Kassenpraxis' für die vierteljährliche Abrechnung der vertraglich erbrachten Sachleistungen (z.B. Untersuchungen, Füllungen, Zahnsteinentfernungen usw.) bei gesetzlich versicherten Patienten. Im Gegensatz zu privat versicherten Patienten und Leistungen nach der Kostenerstattung bei gesetzlich Versicherten - bei welchen das Honorar mit dem Datum des Einsetzens ('Eingliederung') fällig wird - erfolgt bei den Sachleistungen eine auf das Quartal bezogene Abrechnung der Sachleistungen. Nach Prüfung auf sachliche und rechnerische Korrektheit durch die kassenzahnärztlichen Vereinigungen, rechnen diese die zahnärztliche Forderung mit der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse ab und überweisen dann an den Zahnarzt. Durch dieses umständliche Verfahren kann es im Extremfall ein halbes Jahr dauern, bis die Leistung entsprechend vergütet wird.
Quecksilber
chemisches Element, das bei normaler Temperatur flüssig wird und bei Raumtemperatur unter Abgabe von giftigen Dämpfen verdunstet; daher ist es stets unter Wasser zu lagern oder in geschlossene Behälter aufzubewahren. In der Zahnheilkunde kommt Amalgam in legierter Form in den Amalgamen vor. Die in der Presse vor einigen Jahren ins Gerede gekommene Giftigkeit von Amalgamfüllungen ist von Fachstudien nicht bestätigt worden. Die Quecksilberzufuhr über die Nahrungskette und durch die Atemluft soll größer sein als die aus korrekt verarbeiteten Amalgamfüllungen.
Quecksilbervergiftung
es werden akute und chronische Quecksilbervergiftungen unterschieden: bei einer akuten Vergiftung kommt es zu einem Metallgeschmack in Verbindung mit vermehrtem Speichelfluss, Geschwüre im Mundraum, blutige Durchfälle mit Magenschmerzen und bei längerer Kontamination Nierenschäden; eine chronische Vergiftung zeigt, sich durch dunkle Verfärbngen am Zahnfleischsaum, Haarausfall, Händezittern und Schäden am zentralen Nervensystem, Nieren- und Leberschädigungen.
Quetschbiß
notwendige Maßnahme des Zahnarztes zur Festlegung der Bisssituation am Patienten. Dieser Vorgang erfolgt mit einer erwärmten Wachsplatte oder einem silikonartigem Abdruckmaterial und stellt eine sehr wichtige Information zur Herstellung von Zahnersatz für den Zahntechniker dar, der anhand dieses Registrates in der Lage ist, Modelle aus Gips von Ober- und Unterkiefer in korrekter Position zueinander in einem Artikulator zu montieren.
Quick - Test
Untersuchungsmethode zur Bestimmung der Blutgerinnungsfähigkeit nach dem Amerikaner Quick. Gängiger Test bei Patienten, welche auf Grund einer Grunderkrankung mit blutgerinnungshemmenden Mitteln behandelt werden.

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Rachitis
Säuglings- und Kinderkrankheit in Folge eines Mangels an Vitamin D mit Störung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels. Dieser Mangel führt zu einer ungenügenden Mineralisation von Knochen und Zähnen. Es kommt zu einem verspäteten Durchbruch der Schneidezähne und ersten Molaren, die zusätzlich weisse Flecken (Hypoplasien des Schmelzes) aufweisen; zusätzlich entsteht der durch Verformung der Kiefer typische offene rachitische Biss.
radikulär
die (Zahn)Wurzel betreffend.
Radiologie
Lehre von den ionisierenden Strahlen (z.B. Röntgenstrahlen).
radiopak
radiologischer Begriff für Eigenschaft von Stoffen, Röntgenstrahlen bei ihrem Durchtritt zu absorbieren (abzuschwächen).
Radix
lateinische Bezeichnung für Wurzel (Radix dentis = Zahnwurzel).
Radix-Anker
geschraubte Verankerung in einem tief zerstörten, mit einer Wurzelkanalfüllung behandelten Zahn; bietet die letzte Möglichkeit, den Zahn mit einer stabilen Kronenversorgung (Stiftkrone) zu erhalten. Durch Korrosion können jedoch metallische Partikel in Wurzel und Zahnfleisch einlagern und zu Verfärbungen und Reizungen Führen. Vermeiden lassen sich diese Risiken mit dem Verwendung von keramischen Wurzelstiften, von deren Stabilität aber noch keine Langzeitstudien zur Verfügung stehen.
Randleiste
die Kauflächen der Backenzähne begrenzender Wulst aus Schmelz in Richtung des Nachbarzahnes. Jeweils zwei sich berührende Leisten dienen dem Schutz des Zahnzwischenraums und schützen die Interdentalpapille vor dem Eindringen von Speiseresten beim Kauvorgang.
Randschluß, Randdichtigkeit
Definition für den Übergang zwischen dem natürlichen Zahn und einer Füllung oder Krone. Es ist die Stelle, die der Zahnarzt beim Beschleifen des Zahnes als Präparationsgrenze festgelegt hat und die für den Langzeiterfolg des Zahnersatzes die entscheidende Bedeutung hat. Diese Grenze sollte in einem Bereich angelegt werden, die vom Patienten gut zu reinigen ist. Durch tiefe Zerstörungen mit Karies ist dies aber nicht immer möglich. Die Randdichte ist neben der Präzision der an der Versorgung beteiligten auch von der Materialauswahl abhängig. So weisen Amalgamfüllungen bedingt durch einen Quellvorgang beim Aushärten eine gute Randdichte auf, weiße Kunststoff-Füllungen aus Komposit hingegen erzielen auf Grund ihres Schrumpfverhaltens nur eine befriedigendes Ergebnis. Daher werden solche Versorgungen mit der Säure-Ätz-Technik befestigt, ebenso die ästhetisch hochwertigen Keramikinlays. Goldinlays stellen durch ein hoch entwickeltes Herstellungsverfahren und eine ausgefeilte Poliertechnik beim Einsetzen die langlebigste Versorgungsform in der Füllungstherapie dar.
Raucherbelag
ästhetisch unansehnlicher braun-gelber Belag, verursacht durch Pigmente aus dem Tabakrauch. Er ist mit konventionellen Reinigungsmaßnahmen durch den Patienten nicht zu entfernen und muss mit einer professionellen Zahnreinigung beseitigt werden. Mit konventienellen Mundhygienemaßnahmen nicht zu beseitigen.
Recall - System
in der Zahnarztpraxis gebräuchliches System, das den Patienten insbesondere im Rahmen der parodontologischen Nachsorge daran erinnert, wann der nächste Kontrolltermin fällig wird.
Registrat
Methode zur Bißregistrierung (Bestimmung der Lage des Unterkiefers zum Oberkiefer) mit speziellen Registraten (Wachsplatten, Silikon- o. Kunststoffabdrücken). Wird bei zahntechnischen Rekonstruktionen im Kieferbereich angewandt.
Regreß
Schadenersatzforderung, Zurückzahlung von unwirtschaftlich erbrachter Leistungen im Rahmen der Gestzlichen Krankenversicherung.
Regulierung
Bezeichnung für ein Behandlungsmittel aus der Kieferorthopädie oder eine kieferorthopädische Behandlung.
Rehabilitation
Wiederherstellung der Funktion des Kauapparates oder der (Wieder-)Erlangung einer optimalen Ästhetik durch Füllungen oder Zahnersatz mit anatomisch aufwendig gestalteten Kauflächen.
Reihenextraktion
notwendige Entfernung von Prämolaren im Wachstumsalter aus kosmetischen und funktionellen Gründen; wird meist im Rahmen einer kieferorthopädischen Maßnahme gewählt, um bei einem Engstand Platz zu schaffen für die verleibenden Zähne.
Remineralisation
Begriff aus der Entstehung von Karies; in die von Säuren angegriffene Oberfläche des Zahnes lagern sich Kalziumphosphate aus dem Speichel an, was durch die Anwesenheit von Fluoriden beschleunigt wird.
Remontage
Vorgang zur Korrektur von Störungen der Okklusion (Lage von Oberkiefer zum Unterkiefer) von Zahnersatz in einem Artikulator nach Einprobe im Mund des Patienten (auch Reokkludieren genannt).
Resektionsprothese
spezielle Prothesenart (in der Regel eine Vollprothese), die den umfangreichen Verlust des Kieferknochens ausgleicht, meist hervorgerufen durch eine Tumorbehandlung oder einen Unfall.
Resilienz
Nachgiebigkeit eines Gewebes unter Belastung. Teilprothesen, die zwar an den (festen) Zähnen verankert und abgestützt sind, aber mit den Ersatzzähnen (bei einer Freiendsituation) auf der flexiblen Mundschleimhaut aufliegen, sollten durch resiliente Verankerungen am Restgebiss befestigt werden, um Schädigungen durch Kippungen an den Ankerzähnen zu vermeiden.
Resorption
Auflösung
Restgebiß
sieh unter Lückengebiss.
Retention, retiniert
Vorrichtung an Zahnersatzarbeiten, um zwei verschiedene Materialien (z.B. Metall und Kunststoff) mechanisch miteinander zu verbinden, wenn ein chemischer Verbund ausgeschlossen ist.
Retraktionsfaden
Hilfsmittel zum Verdrängen der Gingiva (Zahnfleisch), um die unter dem Zahnfleisch liegende Präparationsgrenze am Zahn für eine sichere Abformung mit Abdruckmitteln freizulegen; der Faden ist mit einem die Gefäße verengendem Mittel benetzt, das die Blutung deutlich reduziert.
Retzius-Linien
parallel um den Zahn verlaufende Wachstumslinien im Zahnschmelz, die den Jahresringen der Bäume ähnlich sind. Der so genannte Geburtsstreifen ist besonders bei Milchzähnen und den großen Backenzähnen gut erkennbar.
Rezidiv
Rückfall einer Erkrankung nach vermeintlichem Heilungsprozess; in der Zahnheilkunde versteht man darunter die Wanderung von Zähnen und Veränderung der Bisslage in die zuvor mit kieferorthopädischen Mitteln verbesserte Ausgangssituation.
Riegel
Vorrichtung zur Verankerung von herausnehmbaren Brücken oder Teilprothesen auf festsitzendem Zahnersatz, wobei die Geschiebepassung keine Friktion aufweisen muss (siehe unter Geschiebe).
Rillen-Schulter-(Stift)- Geschiebe
hochpräzises Verbindungselement, das den herausnehmbaren am festsitzenden Zahnersatz verankert; hat dieselbe Funktion wie eine Klammer, ist aber stabiler, präziser und optisch nicht störend; mit den eingearbeiteten Stifte lässt sich der Halt der Prothese individuell verstärken; wird verkürzt als RS(S)-Geschiebe bezeichnet.
Roach-Geschiebe
spezielles, kugelförmiges Verbindungselement, das die Verbindung zwischen festsitzendem und herausnehmbaren Zahnersatz herstellt.
Röntgen
laienhafte Bezeichnung für die diagnostische Anwendung von Röntgenstrahlen. 1895 wurden die nach seinem Erfinder Wilhelm Conrad Röntgen benannten weltbekannten Strahlen entdeckt. Benötigte man anfangs für eine damals gesundheitsschädliche Durchleuchtung bis zu einer halben Stunde, so ist dieser Vorgang heute in weniger als einer Sekunde erledigt.
Röntgenapparat, Röntgenröhre
Elektronenröhre zur Erzeugung von Röntgenstrahlen unter Hochvakuum. In der Zahnheilkunde kommen zur diagnostischen Untersuchung der Kiefer zwei unterschiedliche Gerätetypen zur Anwendung: Für die intraorale Aufnahmetechnik benötigt man relativ kleine Geräte, bei denen der Zahnfilm im Mund hinter den Zähnen platziert wird.
Die so genannten Panoramaaufnahmen moderner Röntgenapparate werden außerhalb des Mundes erstellt. Mit Hilfe dieser über zwei Meter großen Geräte erzielt man Aufnahmen großer Teile des Schädels und hat trotzdem nur eine Strahlenbelastung von einem Drittel der Einzelzahnaufnahme. Das wird erreicht durch die Verwendung von wesentlich leistungsfähigeren Verstärkerfolien für die Filmkassetten, was bei Einzelzahnfilme innerhalb des Mundes nicht möglich ist.
Röntgengefährdung des Patienten
man unterscheidet direkt auftretende (somatische) Schäden und genetische Schädigungen, die erst die nachfolgende Generation betreffen. Durch den hohen Entwicklungsstand der heutigen Röntgenapparaturen lassen sich gesundheitsschädliche Auswirkungen auf den Menschen ausschließen. Die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung nach Strahlenbelastung entspricht dem Risiko, eine ca. 25 Kilometer lang Fahrradtour nicht zu überleben.
Röntgenstrahlen
elektromagnetische, unsichtbare Strahlung (X-Strahlung) von hoher chemischer Wirkung im Unterschied zu Gammastrahlen und der natürlichen kosmischen Höhenstrahlung. Ihr Strahlungsverhalten entspricht dem des sichtbaren Lichts (Reflexion, Brechung etc.), aber mit der Eigenschaft, viele unterschiedliche Stoffe zu durchdringen. Begrenzte Schädigungen des Gewebes werden durch Überschreiten der zulässigen Höchstdosis verursacht und führen zu Verbrennungen und Geschwüren. Höchste Strahlendosen führen in der Regel zum Strahlentod. Da sich Strahlendosen im Lauf des Lebens zu einem kritischen Wert summieren können, sollte man Anzahl und Datum von Röntgenuntersuchungen in einem „Strahlenpass“ dokumentieren.
Rückstellung
beschreibt die Eigenschaft von elastischen Stoffen, eine kurzfristige Verformung wieder rückgängig zu machen. Insbesondere bei der Abformtechnik ist es für die Erzielung von Präzisionsabdrücken erforderlich, dass plastische und plastisch elastische Massen nach Entnahme aus dem Mund eine 100 prozentige Wiederherstellung ihrer Ausgangsform gewährleisten.
Ruheposition
auch Ruheschwebelage genannt; man versteht darunter die Lage des Unterkiefers zum Oberkiefer bei vollkommen entspannter Kaumuskulatur und aufrechter Körperhaltung. Dabei befinden sich die Zähne in der Regel nicht in Kontakt, sonder weisen bei zwanglosem Lippenschluss einen Abstand von zwei bis vier Millimetern zueinander auf (free way space).

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Saccharase
im Speichel befindliches Enzym zur Spaltung von Zucker in Trauben- und Fruchtzucker.
Saccharin
Zuckerersatz
sagittal
Richtungsangabe von Ebenen und Richtungen in der Anatomie. In der Zahnheilkunde versteht man darunter die Ausdehnung der Kiefer von vorne nach hinten.
Sandwichtechnik
Begriff aus der (Kunststoff-)Füllungstechnik; bedingt durch die Polymerisationsschrumpfung muss das Kunststoffmaterial in einzelnen Schichten mit mehreren Zwischenhärtungen verarbeitet werden.
Sanierung
Sammelbegriff für alle in einem behandlungsbedürftigen Gebiss vom Zahnarzt vorzunehmende Maßnahmen, wie Extraktionen, Füllungen, Kronen, Brücken und andere. Die Versorgung kann in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden, lediglich bei einer Behandlung nicht zugänglicher Kinder oder Behinderter kann ein Vollnarkose notwendig werden.
Sattelfüllung
Bezeichnung für eine dreiflächige Füllung (MOD-Füllung), welche den Kontakbereich zum vorderen und hinteren Nachbarzahn sowie die Kaufläche bedeckt.
Saumepithel
Verbindung zwischen dem sichtbaren Gingiva(Zahnfleisch-)Epithel und dem inneren Saumepithel der aus der Zahnschmelzbildung stammenden Epithelreste des Schmelzorgans. Es bildet sich ein Epithelansatz mit einem ein bis zwei Millimeter tiefen Sulkus (Rille), der zur Mundhöhle dicht abschließt (dentogingivaler Verschluß) und so den Zutritt von Bakterien in die Tiefe der Zahnfleischtasche verwehrt.
Säureätztechnik
aufwendiges Verfahren zum Befestigen von zahnfarbenen Füllungen oder das Verkleben von hauptsächlich aus Vollkeramik gefertigten Kronen, Brücken und Inlays. Um dem Haftvermittler zwischen Zahn und Füllung oder Krone eine gute Basis zu schaffen, wird der Schmelz des Zahnes mit einer 30-40%igen Phosphorsäuremischung angeäzt, die für die notwendige Entkalkung und Oberflächenvergrößerung sorgt. Eine so vorbereitete Kavität kann im Gegensatz zur klasischen Kavitätengestaltung sehr zierlich und daher Zahnsubstanz schonend gestaltet werden, da der chemische Verbund mit der Adhäsivtechnik äußerst starke Verbindungen zuläßt, die sogar den Aufbau ganzer Schneidezahnbereiche ermöglichen.
Scaler
hakenförmig gestaltetes Instrument zur Reinigung der Wurzeloberfläche des Zahnes.
Scaling
mechanische Beseitigung der Oberfläche von Zahnkrone und –wurzel von Zahnstein (verursacht durch Plaque und Beläge) mit einem Scaler als Teil einer Parodontalbehandlung. Mittlerweile werden auch Ultraschallgeräte eingesetzt, die aber wegen der hohen Frequenzen für manche Patienten unangenehm sein können. Im Anschluss an die Entfernung aller Konkremente wird die behandelte Oberfäche maschinell poliert
Schädel
lateinische Bezeichnung Cranium. Cranium; man versteht darunter den knöchernen Anteil des Kopfes mit der einfachen Unterteilung in den Hirnschädel und den Gesichtsschädel.
Schaltprothese
herausnehmbarer Zahnersatz, der als Teilprothese die fehlenden Zähne einer oder mehrerer Lücken ersetzt; die Lücke wird auf beiden Seiten von einem Zahn begrenzt, an dem der Zahnersatz mit einer Klammer befestigt ist.
Scharnierachse
eine durch die Gelenkköpfe des Unterkiefers verlaufende virtuelle Achse, um welche sich der Unterkiefer bei Öffnungs- und Schließbewegungen wie ein Scharnier dreht. Öffnet sich der Mund um mehr als zwei Zentimeter, gleitet der Gelenkkopf in der Rotation zusätzlich auf der Gelenkbahn nach vorne und unten. Für die Rekonstruktion des Kiefergelenks zur Herstellung von individuell anzufertigendem Zahnersatz ist das Anlegen eines Gesichtsbogens erforderlich; die so ermittelten Werte werden zur Scharnierachsen bezogenen Artikulation der Gipsmodelle in einen Artikulator benötigt.
Scherenbiss
die oberen Schneidezähne beißen zu mehr als einem Drittel über die unteren Schneidezähne. Geht der Überbiss noch darüber hinaus, spricht man von einem Tief- oder Deckbiss.
Schichtaufnahme
Begriff aus der Durchleuchtung des Körpers; ==> Panoramaschichtaufnahmeverfahren
Schichttechnik
bezogen auf die Füllungstherapie mit zahnfarbenen Kunststoffen spricht man von der Sandwichtechnik; in der Zahntechnik wird mit dem Schichten von eingefärbten Massen aus Kunststoff oder Keramik der Aufbau des natürlichen Zahnes nachgeahmt; hierbei werden hohe Anforderungen an das Farbempfinden des Technikers gestellt.
schiefe Ebene
Hilfsmittel zur Veränderung einer falschen Bisslage aus der Kieferorthopädie oder Kieferchirurgie.
Schienung
in der Zahnheilkunde werden unterschiedliche behandlungsbedürftige Patientenfälle mit einer Schienung behandelt: In der Kieferchirurgie werden Kieferbrüche ruhig gestellt durch Verschnürung einzelner die Zahnreihen bedeckender Schienen oder durch das direkte Verbinden einzelner Knochenstücke. Die Parodontologie versteht unter einer Schienung die Zusammenfassung parodontal geschädigter und lockerer Zähne in einem Block zur gegenseitigen Abstützung. Dies kann temporär durch aufgeklebte Verblockungsschienen erfolgen oder dauerhaft mit der Überkronung einzelner Zähne in einer durch Metallverbindungen gesicherten Einheit. Die Stabilisierung eines einzelnen Zahnes über den Wurzelkanal im knöchernen Fundament wird in der Endodontie angewandt. Parafunktionen wie Knirschen und Pressen mit ihren zerstörerischen Auswirkungen auf das gesamte Kausystem werden mit herausnehmbaren Aufbissschienen behandelt.
Schleifen, Beschleifen
Das Abschleifen (Präparation) eines Zahnes für die spätere Aufnahme eines Inlays, einer Krone oder Brücke erfolgt unter Wasserkühlung mit rotierenden Schleifkörpern bei hoher Drehzahl. Man unterscheidet Schleifkörper je nach ihrem Einsatzgebiet: ob harte Materialien wie Diamant, Korund oder Hartmetalle, weiche Materialien wie Gummipolierer oder Bürsten, jede Eigenschaft wird auf das zu bearbeitende Objekt abgestimmt. Das gilt im besonderen Masse für die Zahntechnik, da hier die verschiedensten Materialien bearbeitet werden müssen.
Schleimhaut, Mukosa
Auskleidung von Hohlorganen wie der Mundhöhle, bestehend aus einem Schleim absonderndem Epithelgewebe. Sowohl die Epithelzellen als auch die größeren Speicheldrüsen sondern die notwendige Feuchtigkeit (Muzin) ab.
Schleimhauttransplantat
Abdeckung frei liegender Zahnhälse und deren Wurzelanteil (Gingivarezession) mit einem entsprechenden Stück Wangen- oder Gaumenschleimhaut. Dieses Verfahren wird in der chirurgischen Parodontologie angewandt, der Behandlungserfolg ist aber umstritten.
Schleimzyste
durch eine Verstopfung der Schleim bildenden Drüsen des Epithels. Die Schleimzyste sollte wegen der Gefahr eines Rückfalls chirurgisch entfernt werden.
Schlifflächen
auch als Schlifffacetten oder Abrasionen bezeichnet, sichtbare Schleifspuren der Zähne durch Abnutzung auf den Kauflächen. Bis zu einem gewissen Grad ist dies eine natürliche Alterung der Zähne, die beim Kauen entsteht. Starke Abrasionen findet man auf den Zähnen von Naturvölkern auf Grund ihrer Ernährungsgewohnheiten und als krankhafte Abnutzung bei Patienten mit Fehlstellungen der Zähne oder der Neigung zum Pressen und Knirschen.
Schlittenartikulation
vollständige Kontaktbeziehung der Zähne von Ober- und Unterkiefer. Die nahezu planen Kauflächen ohne Höcker führen nicht nur zu Flächenkontakten beim Zusammenbiss, sondern auch es kommt bei den Seitwärtsbewegungen des Unterkiefers zu einem allseitigem Schleifkontakt.
Schlotterkamm
meist durch Vollprothesen, deren Basis nicht korrekt auf der Schleimhaut aufliegt, hervorgerufener Abbau des Alveolarknochens (Kieferkamms). Durch den Schwund des knöchernen Fundaments lässt sich die Schleimhaut verschieben und bildet den so genannten Schlotterkamm. Eine Anpassung der Prothese mit einer Unterfütterung macht dieses Krankheitsbild nicht mehr rückgängig; der bewegliche Anteil des Kieferkamms muss operativ entfernt werden.
Schmelz
lateinische Bezeichnung Enamelum; er ist die äußerste Schicht des Zahnes und gleichzeitig die härteste Substanz des menschlichen Körpers. Gebildet wird der von der Pulpa versorgte Schmelz von den Ameloblasten des Schmelzorgans, die den Michzahn komplett und den bleibenden Zahn zu ¾ bedecken. Er besteht zu 97% aus Hydroxylapatit (phophorsaurer Kalk) und geringen Mengen an Fluor, Kalium, Magnesium und Natrium. Der geringfügige Stoffwechsel über den Speichel wird durch den 1%igen Wasseranteil im Schmelz ermöglicht. Die hohe Härte des Schmelzes kann nur mit diamantbeschichteten Schleifkörpern unter Wasserkühlung bearbeitet werden.
Schmelz-Zement-Grenze
der anatomische Übergang von Zahnkrone und zur dunkleren Zahnwurzel in form einer Linie. Ihr Verlauf ist nicht bei allen Zähnen gleich, sie liegt beim jugendlichen Gebiss parallel zum Rand des Zahnfleisches und nach dessen Schwund deutlich sichtbar darüber.
Schmelzsprung
haarfeiner Riss in der Struktur des Schmelzes, der oft nur bei entsprechender Beleuchtung erkennbar ist. Das Eindringen von Nahrungsresten und Bakterien verfärbt den Riss kosmetisch störend und birgt die Gefahr einer Karies. Ein Schmelzsprung kann durch Spannungen im Schmelzgefüge oder durch Gewalteinwirkung hervorgerufen werden.
Schmerz
um Schmerz zu empfinden, müssen so genannte Reize von den Schmerzrezeptoren aufgenommen und über sensible Nervenbahnen an das Gehirn (Großhirnrinde und Thalamus) weitergeleitet werden. Der Erregung dieser Rezeptoren geht eine Irritation des Gewebes voraus, bei der Serotonin, Histamin und andere körpereigene Stoffe freigesetzt werden. Der Schmerz ist notwendig als Warnsignal für eine beginnende Krankheit, aber nicht vorhanden, wenn es sich z.B. um eine Krankheit wie Leukämie handelt. Man unterscheidet oberflächliche Schmerzen wie Zahnschmerzen, Tiefenschmerz (Kopfschmerzen, Prellungen usw.), Schmerzen in den Eingeweiden (Herz, Gallenblase, Darm) und die Phantomschmerzen. Starke Schmerzzustände gehen oft einher mit Schweißausbrüchen, Schwankungen des Blutdrucks bis hin zu Ohnmachtsanfällen. Behandlungen beim Zahnarzt können bis auf hochentzündliche Prozesse mit der Injektion von Betäubungsmitteln (Lokalanästhesie) oder seltener durch Hypnose weitestgehend schmerzfrei vorgenommen werden. Für die Schmerzbehandlung nach einem zahnmedizinischen Eingriff hat sich die Einnahme von Ibuprofen bewährt, hartnäckigen Schmerzen werden mit codeinhaltigen Tabletten behandelt.
Schneidezahn
lateinische Bezeichnung dens inscisivus; im menschlichen Gebiss gibt es sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer jeweils vier Schneidezähne (im Milchgebiss und im bleibenden Gebiss). Die oberen Schneidezähne sind deutlich größer und beißen mit einem Überbiss von etwa ein bis zwei Millimetern über die unteren. Um die Nahrung abzubeißen sind sie schaufelartig gestaltet und mit einer meißelartigen Schneide versehen.
Schreinemakers-Methode
nach einem holländischen Erfinder benanntes Verfahren, Totalprothesen mit einer speziellen Abdruck- und Bissnahmetechnik herzustellen.
Schwebebrücke
Brückenversorgung vorwiegend im seitlichen Unterkieferbereich, deren Zwischenglied im Gegensatz zu Basis- oder Tangentialbrücken nicht auf dem Kieferkamm aufliegt sondern einen Spalt von mindestens drei Millimetern zum Kieferkamm hat. Diese Konstruktion mit eingeschränkter Ästhetik wird gewählt, um eine bessere Reinigung zu gewährleisten oder aber um Material zu sparen.
Sechsjahrmolar
der ersten bleibenden und gleichzeitig größten Backenzähne (laut Zahnschema die Zähne 16,26,36 und 46). Sie sind auf Grund ihres frühen Durchbruchs anfälliger gegenüber Karies als die anderen Zähne. Sie gehören zu den wichtigsten Zähnen im Kiefer: An ihrer Position richten sich die späteren Zähne aus, sie legen die Bisshöhe fest und stellen später Zentrum des Kausystems dar.
Seitenkanäle
Verzweigungen der Pulpa (Zahnnerv) in Richtung Wurzelhaut. Da sie durch ihren fast horizontalen Verlauf kaum bei einer Wurzelbehandlung aufzuarbeiten sind, kann der nervtote Zahn manchmal nur durch eine Entfernung der Wurzel gerettet werden.
Seitenzähne
Sammelbegriff für die kleinen und großen Backenzähne von Ober- und Unterkiefer (Prämolaren und Molaren).
Sekundärkaries
eine Karies am Rand einer Krone oder Füllung, die entweder neu entstanden ist oder nicht vollständig entfernt wurde. Ursächliche Gründe für solch ein Kariesrezidiv sind Fehler bei der Präparation oder ein ungenügender Randschluss.
Sepsis
mit Eitererregern angereichertes Blut, Blutvergiftung.
Serotonin
Eiweißverbindung aus den Nervenzellen des Gehirns und den Nervenendigungen. Ausschüttung von Serotonin bei Gewebereizungen und anaphylaktischen Reaktionen.
Sharpeysche Fasern
kollagene Fasern in der Wurzelhaut. Sie verbinden den Zement der Zahnwurzel mit dem Alveolarknochen und sind damit für die elastische Aufhängung des Zahnes in seinem Alveolarfach verantwortlich; dies verhindert den Abbau des Kieferknochens.
Silikone
sind eine Verknüpfung von Silikonketten mit Hilfe von Sauerstoffatomen; sie gehören zur Gruppe der Elastomere und werden als Abformmaterialien benötigt. Unterschieden werden die so genannten A-Silikone mit durchschnittlicher Dimensionstreue und C-Silikone, die in der Zahnheilkunde häufig verwendet werden. Nach zwei bis drei Stunden, wenn sich das Material nach der Abbindung zurückgestellt hat, kann der Abdruck mit einem Modellgips ausgegossen werden.
Sinusitis
Entzündung der Nasennebenhöhlen.
Sinuslift
operative Massnahme zur Vorbereitung eines Fundaments für ein Implantat im oberen Backenzahnbereich. Das Platzangebot für eine Implantation ist im Oberkiefer in der Regel ungünstiger als im Unterkiefer, was an einer ausgeprägten Kieferhöhle liegen kann oder an einer Resorption (Auflösung) des Oberkieferknochens. Zum Aufbau des Knochens wird entweder körpereigenes- oder Knochenersatzmaterial zur Schaffung eines geeigneten Implantatlagers eingesetzt.
Situationsmodell
auch Planungsmodell genannt, mittels eines Abdrucks hergestelltes Gipsmodell vom Ist-Zustand des Kiefers vor Behandlungsbeginn zu Dokumentations- und Studienzwecken.
Sonde
ein zahnärztliches Instrument, das neben Mundspiegel und Pinzette zur Grundausstattung des Zahnarztes bei der Behandlung gehört. Die feine Sondenspitze dient der Diagnostik von Karies und kommt bei der Untersuchung von Zahnfleischtaschen, Fistelgängen und Zahnzwischenräumen zur Anwendung.
Spargold
Bezeichnung für eine Edelmetall reduzierte Legierung, deren Goldanteil aus Kostengründen hauptsächlich durch Silber und Kupfer auf unter 50% gesenkt wurde.
Spee-Kurve, Speesche Kurve
nach dem Anatom Graf Spee benannte virtuelle Kreislinie, deren Mittelpunkt die Augenhöhle darstellt; auch Kompensations- oder Okklusionskurve genannt. Spee folgerte, dass bei der Vorschubbewegung des Unterkiefers Gelenkkopf und Zähne sich auf demselben Kreisbogen bewegen. Dabei bleiben auch die Seitenzähne dauernd in Kontakt. Nach heutigen Erkenntnissen verläuft diese Kurve deutlich flacher und tangiert nicht die Gelenkköpfe.
Speichel
trübe, mehr oder weniger Faden ziehende Flüssigkeit, die ein Gemisch der Sekrete der drei Hauptspeicheldrüsen (Ohrspeichel-, Unterkiefer- und Unterzungendrüse) und der zahlreichen Mundschleimdrüsen darstellt und besteht zu 99% aus Wasser. Die festen Bestandteile werden aus Eiweißkörpern, Bakterien, anorganischen Salzen und Speichelkörperchen gebildet. Der Speichel dient vor allem dem schlüpfrig machen der Nahrung, der Vorbereitung der Magenverdauung sowie der mechanischen und biochemischen Mundreinigung.
Speichelstein
Sialolith; meist in der Unterkieferspeicheldrüse und ihrem Ausführungsgang vorkommende Ansammlung von Konkrementen aus Kalziumkarbonat oder -phosphat. Als mögliche Ursachen werden das Eindingen von Fremdkörpern und die Veränderung von Speichelmenge- und Zusammensetzung angenommen. Die Blockade des Ausführungsgangs kann zu Schwellungen und starken Schmerzen führen, die eine kieferchirurgische Behandlung bis zur Entfernung der ganzen Speicheldrüse notwendig macht.
Spinne
auch Klammerbrücke genannt, zum Ersatz von Zähnen nur in einer Kieferhälfte im Gegensatz zur herkömmlichen Prothese, die auch in der gegenüberliegenden Kieferhälfte verankert ist und damit eine größere Ausdehnung hat. Die geringe Größe des Zahnersatzes dient zwar der Verbesserung des Tragekomforts, ist aber sehr leicht bei lockerem Sitz zu verschlucken, was die Gefahr eines Verhakens in Luft- oder Speiseröhre mit sich bringt und zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann.
Stahlprothese
siehe unter Modellguss.
Status
Beschreibung des aktuellen Zustandes, z.B. der Status des Gebisses und Zustand der Zähne, wie Zahnfleischerkrankungen, Fehlstellungen, Karies. Mit der röntgenologischen Untersuchung der Zähne erhält man einen Röntgenstatus.
Steg
eine Form der Geschiebetechnik für einen kombiniert festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz. Die mit Kronen versorgten Zähne sind mit einem stabilen, geraden „Golddraht“ verbunden, der die zu ersetzende(n) Zahnlücke(n) überbrückt. Diese Verblockung stabilisiert das Restgebiss. Auf den Stegen wird die herausnehmbare Telprothese festgehalten und gleichzeitig abgestützt.
Stellungsanomalien
Fehlstellungen von Zähnen.
Sterilisation
ist der Vorgang, der dafür sorgt, sämtliche Keimansiedlung auf einem Gegenstand zu vernichten und vor neuer Besiedelung zu schützen. Im Gegensatz dazu versteht man unter Desinfektion die Abtötung aller Mikroorganismen und ihrer Sporen.
Stiftkrone
die letzte Möglichkeit, einen tief zerstörten Zahn, dessen Substanzverlust einer Krone keinen Halt mehr gibt, vor dem Verlust zu retten. Nach einer Wurzelfüllung wird ein konfektionierter Metall- oder Keramikstift oder aber ein individuell gegossener Stiftaufbau im Wurzelkanal befestigt, auf dem die eigentliche Krone einen festen Halt findet.
Stomatitis
Entzündung der gesamten Mundschleimhaut einschließlich des Zahnfleisches, die meistens von einer Gingivitis hervorgerufen wird, bei der nur das Zahnfleisch betroffen ist. Ursächlich ist eine schlechte Mundhygiene verantwortlich oder Erkrankungen des Immunsystems und Infektionen.
Stomatologie
Lehre von den Mundkrankheiten.
Streptococcus mutans
in der Plaque (Zahnbelag) vorkommender Erreger der Karies, der in der Lage ist, sich auch an vollkommen glatten Oberflächen wie dem Zahnschmelz festzusetzen; neben der Produktion von aggressiven Säuren spaltet Kohlenhydrat-Eiweiß-Verbindungen des Speichels in komplex
Stützzone
die so genannte prothetische Stützzone umfasst den Bereich, der von den großen und kleinen Backenzähnen beider Kiefer gebildet wird. Beim Schließen de Kiefer wird der Abstand von Ober- und Unterkiefer in einer bestimmten Bisshöhe und Bisslage zueinander gehalten. Wird diese Stützzone durch den Verlust der Backenzähne aufgehoben, nähern sich die Kiefer einander an, da die Frontzähne nicht in der Lage sind, die Situation zu stabilisieren. Zugleich verkürzt sich die Länge des Gesichts bei gleichzeitigem schmäler werden der Lippen. Die kieferorthopädische Stützzone wird definiert durch den Bereich hinter dem seitlichen Schneidezahn bis zum Sechsjahresmolar (erster großer Backenzahn).
Stufe
zahnärztlicher Begriff aus der Technik des Präparierens von Zähnen. Wird ein Zahn mit einer Krone oder Füllung versorgt, legt der Zahnarzt die Stelle fest, an der die Versorgung endet – die Präparationsgrenze. Je nach Präparationsart wird eine Tangential-, Hohlkehl- oder die breitere Stufenpräparation angelegt. Diese ist notwendig, wenn aus ästhetischen Gründe Stufenkronen mit gebrannten Schultern aus zahnfarbener Keramik vorgesehen sind. Diese präparatinstechnik stellt hohe Anforderungen an den Behandler, da wegen dem zwangsläufig höheren Substanzverlust näher an der Pulpa geschliffen werden muss. Daher sind bei Jugendlichen solche Stufen nicht möglich, da die Pulpenhöhlen mit dem Zahnnerv noch relativ groß ausgebildet sind.
subakut
weniger heftiger, nicht so ausgeprägter Krankheitsverlauf.
subgingival
unterhalb des Zahnfleischrandes, auch in der Zahnfleischtasche gelegen.
subkutan
direkt unter die Haut.
sublingual
unter der Zunge gelegen.
Sublingualbügel
Bezeichnung für einen Bügel aus Stahl bei einem herausnehmbaren Zahnersatz im Unterkiefer, der die zu ersetzenden Zähne miteinander verbindet und hinter den Zähnen unterhalb der Zunge verläuft (Unterzungenbügel).
submandibular
unter dem Unterkiefer gelegen.
submukös
direkt unter die Schleimhaut.
Sulkus
um den Zahn herum laufende Furche des Zahnfleisches, auch physiologische Zahnfleischtasche genannt; wird gebildet durch den Epithelansatz und das äußere Saumepithel.
Superfloss ®
spezielle Art von Zahnseide.
supragingival
oberhalb des Zahnfleischsaumes gelegen.
Suprakonstruktion
Bezeichnung aus der Implantologie für eine auf künstlichen Pfeiler (Implantate) ruhende Versorgung mit Zahnersatz.

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Tantal
sehr hartes und zugleich dehnbares und widerstandsfähiges Metall. Als Zusatz in Legierungen, Implantaten und Instrumenten gebräuchlich.
Taschentiefe
Indikator aus der Parodontologie für die Schwere einer Zahnfleischerkrankung. Die Zahnfleischtasche (Sulcus), die mit einer speziellen Messsonde vom Zahnfleischrand bis zum Epithelansatz vermessen wird, misst im gesunden Zustand ca. zwei Millimeter in die Tiefe. Wird eine größere Taschentiefe ermittelt, besteht Behandlungsbedarf, da ein Selbstreinigung nicht mehr möglich ist und die Gefahr einer Zahnfleischentzündung besteht.
Teilkrone
im Gegensatz zur Vollkrone wird nur ein Teil des Zahnes beschliffen, einerseits zur Substanzschonung, andererseits aus kosmetischen Gründen sichtbaren Bereich. Nach der Anzahl der beschliffenen Flächen wird zwischen Halb- und Dreiviertelkrone unterschieden. In einem nicht kariesresistenten Gebiss sollten keine Teilkronen zementiert werden, da die Gefahr einer Sekundärkaries größer als bei einer Vollkrone ist.
Teilprothese
herausnehmbare, partielle Prothese mit Ersatzzähnen für Lücken (Schaltprothese) und Freiendsituationen (Freiendprothese). Gehalten und abgestützt werden Teilprothesen mit Teleskopkronen, Geschiebe, Klammern und anderen Konstruktionen an den eigenen Zähnen (Restgebiss).
Teleskopkrone
auch als Doppelkrone bezeichnet; es stellt die lösbare Verbindung zwischen herausnehmbaren Zahnersatz und dem Restgebiss dar. Das Primärteil (Innenteleskop) wird fest auf den beschliffenen Zahnstumpf im Mund zementiert. Das Sekundärteil (Aussenteleskop) des Zahnersatzes wird zusammen mit den Ersatzzähnen über das Innenteleskop geschoben und ermöglicht so einen sicheren Halt mit gleichzeitiger Abstützung auf den Restzähnen. Sowohl Teilprothesen als auch herausnehmbare Brücken lassen sich auf diese Weise sicher verankern. Der Halt einer Teleskopkrone wird erreicht durch die Haftung an mindestens zwei gegenüber liegenden parallelen 90-Grad-Flächen. Im Gegensatz hierzu sind die Flächen von Konuskronen nicht zylindrisch gestaltet sondern weisen Winkel von zwei bis sechs Grad auf. Der Vorteil von Teleskopprothesen liegt neben ihrer Funktionalität in der problemlosen Erweiterbarkeit (Reparatur bei Zahnverlust). Die Weiterentwicklung der Teleskoptechnik hat mittlerweile zur Verwendung neuer Materialien geführt: So können neben den herkömmlichen Edelmetallen die Primärkronen aus Zirkonoxid gefertigt werden; für das Sekundärteleskop hat sich die Galvanotechnik bewährt. Durch die Materialvielfalt und die aufwendige Konstruktion der Versorgung werden hohe Anforderungen an den Zahntechniker gestellt.
Tiefbiß
von der Norm abweichender Zusammenbiss (Okklusion) der Zähne im Frontzahnbereich. Die oberen Frontzähne beißen so tief über die unteren, dass sie diese im Schlussbiß fast komplett bedecken. Diese Situation kann durch eine angeborene Anomalie des Kiefers hervorgerufen werden oder sich durch den Verlust der Seitenzähne verbunden mit Annähern der Kiefer durch Wegfall der Stützzonen entwickeln.
Tiefziehverfahren
Verfahren aus der Zahnheilkunde zur Herstellung von Miniplastschienen (Aufbiss-Schienen), Fluoridierungsschienen oder Trägerfolien für Provisorien; eine spezielle Folie aus Kunststoff wird in einem Tiefziehgerät erwärmt und im plastifizierten Zustand über die Zahnreihen eines Gipsmodells gepresst. Nach dem Abkühlvorgang wird die Schiene vom Modell gelöst und mit Kunststoff-Fräsen bearbeitet.
Titan
leichtes und stabiles, jedoch sehr schwer zu verarbeitendes Metall mit silbergrauer Farbe; da es korrosionsresistent und biokompatibel ist, wird es vor allem für die Herstellung von Implantaten genutzt. Mit der Entwicklung von Gussgeräten, die in der Lage sind, Titan zu schmelzen, ist dieses Metall auch für den Zahnersatz nutzbar zu machen; der Herstellungsprozess ist allerdings sehr aufwendig und somit teuer. Wenn gegossenes Titan im Mund zum Einsatz kommt, sollte es komplett mit Keramik bedeckt sein, da die Oberfläche dieses Metalls unter Sauerstoffzufuhr nachdunkelt und sich relativ anfällig gegenüber dem Befall von Plaque zeigt.
Torsionsgeschiebe
bewegliches Geschiebe zur Verhinderung einer starren Verbindung zwischen Brückenpfeilern und Brückenglied. Es verhindert eine starre Verbindung der mit der Brücke verbunden Pfeilerzähne und lässt eine leichte Torsionsbewegung zu. Hintergrund ist die theoretisch vorhandene, aber kaum erkennbare Verwindung des Unterkieferknochens bei Kaubewegungen.
Totalprothese
siehe unter Vollprothese.
toter Zahn
laienhafte Bezeichnung für einen devitalen Zahn; die Pulpa (Zahnnerv) ist abgestorben, der Zahn lebt nicht mehr.
Transversalbügel
ein in der Regel aus Modellguss hergestellter Bügel, der über den Gaumen verlaufend die Ersatzzähne tragenden Sättel einer herausnehmbaren Teilprothese im Oberkiefer verbindet und stabilisiert.
traumatische Okklusion
nicht regelkonformes Zusammenbeissen der Zähne von Ober- und Unterkiefer. Hervorgerufen durch fehlerhafte Bißlagen wie ein offener Biss oder schlecht eingepasste Zahnersatzarbeiten oder Füllungen führen auf lange Sicht zu Erkrankungen des Kiefergelenks und Zahnfleischerkrankungen mit anschließendem Knochenabbau.
Trepanation
Eröffnung z.B. der Kieferhöhle zur Druckentlastung, aufbohren eines abgestorbenen Zahns für eine Wurzelkanalbehandlung.
Trigeminus
siehe unter Nervus Trigeminus.
Trigeminusneuralgie
plötzlich auftauchende und sehr starke Schmerzen in der einen Hälfte des Gesichtes, den der Trigeminusnerv versorgt, daher auch Gesichtsschmerz genannt. Die Entstehung der Schmerzen, die Patienten vorwiegend jenseits der 30 befallen kann, ist nahezu unbekannt. Auslöser können äußere Faktoren, wie Kaubewegungen, Kälteeinwirkung oder einfaches Sprechen sein. Im Gegensatz dazu treten neuralgische Beschwerden in Folge von Erkrankungen im Schädel- und Gesichtsbereich (nicht behandelte Karies, Tumoren u. a.) auf. Der Trigeminusneuralgie wird mit einer Behandlung mit Schmerzmitteln oder Psychopharmaka begegnet; Injektionen von Alkohol, Behandlung mit Elektroagulation bis zum Durchtrennen des Nervs können können Erfolg versprechen, schließen einen Rückfall aber nicht vollkommen aus.

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Überbiß
stellt den Normalfall im gesund entwickelten menschlichen Gebiss dar; bei dieser so genannten eugnathen Bisslage beißen die Schneidezähne des Oberkiefers leicht über die des Unterkiefers. Entfernen sich die Frontzähne in ihrem Zahnbogen von den unteren in Richtung der Lippen, ensteht eine so genannte sagittale Stufe mit der korrekten Bezeichnung Prognathie. Im umgekehrten Fall - die unteren Schneidezähne beißen vor die oberen – spricht man von einer Progenie.
überempfindliche Zahnhälse
Bei altersbedingtem oder krankhaftem Rückgang des Zahnfleischs bei gleichzeitigem Freilegen der Zahnhälse kommt zu Überempfindlichkeiten gegenüber thermischen und chemischen Reizen (Wärme, Kälte, Süßigkeiten). Grund dafür sind die offenen Dentinkanälchen der zum Teil freiliegenden Wurzeln, die nicht mit einer Schmelzschicht überzogen sind. Zur Vorbeugung können diese feinen Kanäle mit Fluorid- oder Strontiumpräparaten versiegelt werden. Seltener werden die Schmerzen mit einer Entfernung des Nervs mit darauf folgender Wurzelbehandlung behandelt.
Unterfüllung
eine aus Phosphatzement hergestellte Schutzschicht, die unter einer Füllung angelegt wird. Sie dient als Schutz vor chemischen Reizen durch das Material der Füllung oder verhindert die Weiterleitung von Wärme oder Kälte bei der Nahrungsaufnahme; besonders große Inlays aus Metall-Legierungen bilden durch ihre Leitfähigkeit einen potentiellen Wärmeherd. Unterfüllungen werden auch gelegt zur Materialersparnis bei teuren Füllungsmaterialen, zur Formgebung der Kavitätengestaltung und zum Auffüllen eines nicht ganz geschlossenen Wurzelkanals.
Unterzungenbügel
ein in der Regel aus Modellguss hergestellter Bügel einer herausnehmbaren Teilprothese im Unterkiefer, der zwischen den Frontzähnen und dem Mundboden verläuft; er verbindet die Sättel mit den Ersatzzähnen miteinander und stabilisiert sie zugleich. Dieser so genannte Sublingualbügel sollte zur Vermeidung von Druckstellen einen leichten Abstand von der Schleimhaut einhalten.
Unverträglichkeit von Zahnersatz
unbestritten sind die Fortschritte sowohl in der Zahnmedizin als auch in der Zahntechnik in den letzten Jahrzehnten. Trotzdem nimmt die Zahl derjenigen zu, die mit ihrem meist herausnehmbaren Zahnersatz aus verschiedensten Gründen nicht zurecht kommen; es wird geklagt über die Schwierigkeit zu beißen, Brennen der Zunge, Geschmacksveränderungen oder aber manchmal nicht nachzuvollziehenden Schmerzen. Manche Beschwerden sind trotz Begutachtungen durch andere Personen nicht erklärbar und daher vom Zahnarzt auch nicht zu behandeln. Abgesehen von den eher selten vorkommenden Falschbehandlungen oder Verarbeitungsfehlern ist die Hauptursache für derartige Beschwerden eher psychischer Natur: die unbewusste Ablehnung aller zumeist erheblichen Veränderung in der Mundhöhle, Verlustängsten und Furcht vor körperfremden Materialien. In dieser Situation ist der vom Patienten meist abgelehnte Rat eines Psychotherapeuten in die Behandlung mit einzubeziehen. Diese Begleittherapien sind Erfolg versprechender als die wegen ihrer Suchtgefahr abzulehnenden Psychopharmaka oder die Anwendungen von Suggestivtherapien und Behandlungen mit Hypnose. Vorbeugend sollte der Zahnarzt vor der Anfertigung einer umfangreichen prothetischen Rehabilitation das Umfeld und die Lebenssituation des Patienten zu erkunden suchen: Ein Schicksalsschlag oder eine schwere Erkrankung lassen den Erfolg einer gründlichen Zahnersatzmaßnahme fraglich erscheinen.

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Vakuumbrand
Vorgang bei der Verarbeitung von keramischen Massen, welche für eine zahnfarbene Verblendung auf ein Metallgerüst gebrannt werden. Dieser Vorgang vollzieht sich in einem Spezialofen, dessen angeschlossene Vakuumpumpe bei Temperaturen zwischen 700 und 950 Grad Celsius ein möglichst 100%-iges Vakuum erzeugt. Auf diese Weise wird die keramische Masse während ihrer Sinterung stark verdichtet, was für eine Homogenisierung des Materials mit wenig Porositäten sorgt und die vom Hersteller zugesagte Farbtreue garantiert.
Veneer
auch keramische Facette genannt; Aufbau der sichtbaren Zahnfläche mit einer dünnen Schale aus Keramik, vorwiegend aus Presskeramik, aber auch mit konventionellem Schichtaufbau hergestellt. Für die Versorgung mit Veneers wird der Zahn im Gegensatz zu einer Kronenpräparation nicht zirkulär sondern nur an der Labialfläche (der Lippe zugewandten Seite) beschliffen. Dieser „minimal invasive“ Eingriff schont die Zahnsubstanz und ermöglicht die Farbadaption der dünnen Schale mit dem darunter liegenden Bereich. Auf diese Weise lassen sich ästhetisch hervorragende Versorgungen erstellen, mit deren Hilfe auch Fehlstellungen wie Schiefstände korrigieren oder zu breite Zahnzwischenräume (Diastema) schließen. mit Veneers zu versorgenden Bereiche werden dünn. Diese im zahntechnischen Labor hergestellten Veneers werden mit der Adhäsivtechnik eingesetzt.
Verblend-Metall-Keramik
siehe unter Metallkeramik.
Vitalitätsprüfung
stellt ein Prüfmittel zur Diagnose von Zahnerkrankungen dar; ob ein Zahn vital (lebendig) ist, erkennt man mit dem Einsatz von elektrischen Impulsen oder durch Zufuhr von Kälte oder Wärme. Stark geschädigte Zähne mit ausgedehnten Füllungen lassen sich manchmal nur durch Anbohren ohne Betäubung auf ihre Sensibilität überprüfen.
Vollprothese
auch wird die Bezeichnung Totale oder Totalprothese angewandt; Man versteht darunter den herausnehmbaren Ersatz sämtlicher Zähne des Ober- oder Unterkiefers. Die Basis der Prothese wird meistens aus zahnfleischfarbenem Kunststoff (eventuell mit Metallverstärkungen) gefertigt, die sich im Ober- und Unterkiefer über die gesamten Alveolarfortsätze erstreckt, im Oberkiefer aber zusätzlich den harten Gaumen bedeckt. Diese (früher aus Kautschuk hergestellte) Basis ist anatomisch wie das Zahnfleisch gestaltet und dient als Träger der Ersatzzähne, die ebenfalls aus Kunststoff oder selten aus Porzellan gefertigt sind. Die Totalprothetik zählt zu den aufwendigen Teilbereichen der Zahnheilkunde, denn die Darstellung der Kieferknochen mit einem Abdrucklöffel ist auf Grund der beweglichen Mundschleimhaut sehr anspruchsvoll, ebenso die Festlegung der korrekten Relation der Kiefer zueinander bei fehlender Abstützung. Die technische Herausforderung für das Dentallabor, eine gesicherte Statik der Prothese zu erreichen, ist immer eine Gradwanderung zwischen ästhetischen Anforderungen und der Notwendigkeit, die Zähne möglichst auf den Scheitel des Kieferkamms zu stellen, was durch den Abbau des Knochens fast nie möglich ist. Das Zusammenspiel zwischen korrekter Abdrucknahme und sorgfältiger Herstellung einer verzugsfreien Prothese einschließlich ihrer gesicherten Statik ist die Vorrausetzung für einen perfekten Sitz. Bei deutlich reduziertem Knochenangebot und gleichzeitig wenig „klebrigem“ Speichel kann die Prothese aber trotz aller gewissenhafter Vorbereitungen nicht befriedigend befestigt werden; in solch einem Fall sollte der Einsatz von Implantaten in Betracht gezogen werden.

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Wachsbiß
Hilfsmittel bei der Bestimmung der Relation der Kiefer zueinander. Der Patient beißt mit seinen Zähnen auf eine erwärmte Wachsplatte oder einen auf einer Kunststoffbasis befestigten Wachswall; diese Information braucht der Zahntechniker, um die aus den Abdrücken gewonnenen Gipsmodelle von Ober- und Unterkiefer in einen Artikulator einzusetzen und auf diese Weise die Situation des Patienten annähernd zu rekonstruieren.
Weisheitszahn
es ist der dritte große Backenzahn am hinteren Ende der Zahnreihen in Ober- und Unterkiefer. Er ist nicht immer vorhanden und im gesunden Gebisszustand zum Kauen nicht erforderlich. Diese vier Zähne brechen beim normal entwickelten Kiefer etwa zwischen dem 16. und 24. Lebensjahr durch. Im Lauf der Jahrtausende hat sich der menschliche Kiefer zurückgebildet und bietet oft nicht mehr genügend Platz für weitere Zähne, daher kommt es häufig zu Komplikationen während des Durchbruchs (dentitio difficilis). Dies äußert sich vorwiegend in einer Reduzierung des Allgemeinzustandes, Vergrößerung der lokalen Lymphdrüsen mit gleichzeitiger Anschwellung und dadurch verursachter Kieferklemme, vermehrter Speichelfluss und entzündlichen Schleimhautprozessen mit Sekretbildung. Auch nicht durchgebrochene (retinierte) Weisheitszähne sind in der Lage, erhebliche Beschwerden auszulösen: Druck auf die Wurzeln des Nachbarzahnes und über die Kontaktpunkte auf die gesamte Zahnreihe können Auslöser für nicht definierte Ohren- und Gesichtschmerzen sein. Um all diesen Beschwerden vorzubeugen, sollten die Weisheitszähne nach begründetem Verdacht auf zukünftige Komplikationen möglichst bald entfernt werden. Da die etwa mit dem 25. Lebensjahr beginnende Verdichtung des Alveolarknochens einsetzt, wird die Entfernung der überzähligen Zähne mit ihren oft abgewinkelten Wurzeln sehr schwierig. Dann wird nicht selten ein operativer Eingriff notwendig verbunden mit einem unnötig langen Heilungsprozess.
Wurzelbehandlung
auch Wurzelkanalbehandlung genannt; Begriff aus der Endodontie, der die Maßnahmen zur Erhaltung eines erkrankten oder abgestorbenen Zahnes beschreibt. Aus dem Wurzelkanal des Zahnes wird mit speziellen Instrumenten der erkrankte oder mit Eiter befallene Zahnnerv entfernt; nach anschließender Reinigung und medikamentöser Behandlung wird dieser mit einer Wurzelkanalfüllung verschlossen.
Der erkrankte oder von Eiter befallene Zahnnerv.
Wurzelfüllung
auch Wurzelkanalfüllung genannt. Der vom abgestorbenen Nerv gereinigte und für die Füllung vorbereitete Wurzelkanal wird mit einem gewebefreundlichen und nicht röntgenopaken Material verschlossen, das weiteren Bakterienbefall verhindert.
Wurzelhaut, Zahnwurzelhaut
auch Zahnwurzelhaut genannt; sie umschließt gesamte Wurzel des gesunden Zahnes und verbindet den Zahn mit dem Kieferknochen. Mit ihren Sharpeyschen Fasern sorgt sie für eine elastische Aufhängung des Zahnes in seinem Zahnfach, die ihn und den Knochen vom Kaudruck entlastet und eine gewisse Beweglichkeit verleiht. Die Wurzelhaut ist durchzogen von Nerven- und Blutgefäßen und schwillt bei einer Entzündung an, was den Zahn unter Schmerzen leicht aus seiner Alveole (Zahnfach) hebt; es entsteht der mit einer Röntgenaufnahme sichtbar werdende Periodontalspalt.
Wurzelresorption
beim Übergang vom Milch- zum definitiven Gebiss vollkommen normaler Abbau der Zahnwurzel mit anschließender Auflösung. Eine krankhafte Resorption der Wurzel kann durch eitrige Prozesse hervorgerufen werden; auch zu schnelle Zahnbewegungen bei kieferorthopädischen Behandlungen oder fehlgeschlagenen Reimplantationen führen zum Abbau der Wurzel.
Wurzelspitzenresektion
in der zahnärztlichen Chirurgie verwendeter Begriff zur Beseitigung von Eiter- oder Zystengewebe an der Spitze einer Wurzel. Nach Entfernen eines Granuloms oder einer eitrigen Zyste wird der Wurzelkanal mit einem bakterienresistenten und gewebefreundlichen Material gefüllt; da seine seitlich verlaufenden Verästelungen aber nicht gereinigt und gefüllt werden können, wird die Wurzelspitze entfernt. Auf diese Weise muss der Zahn nicht entfernt werden und kann mit seinem Wurzelrest noch einige Zeit im Mund verbleiben.

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Xanthodontie
Fachbezeichnung für die gelbliche Verfärbung von Zähnen, die eventuell mit Bleichen wieder rückgängig gemacht werden kann.
Xerostomie
Bezeichnung für eine trockene Mundhöhle, sehr oft verbunden mit unangenehmem Mundgeruch. Ursachen können eine starke Unterfunktion der Speicheldrüsen sein, hervorgerufen durch z.B. Mangel an Vitamin B, Nebenwirkungen von Medikamenten, Alkoholismus oder Stoffwechselerkrankungen durch Diabetes. Bei Patienten mit Totalprothesen führt der mangelnde Speichelfluss zu einer deutlichen Verminderung der Haftkraft ihres Zahnersatzes.

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Y-Klammer
eine bei herausnehmbaren Teilprothesen verwendete Klammerart mit y- oder knopfförmiger Formgebung.

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Zahn
lateinische Bezeichnung: dens. Das Milchgebiss umfasst insgesamt 20 Zähne, aufgeteilt in acht Schneide-, vier Eck- und acht Backenzähne. Das permanente (bleibende) Gebiss hingegen weist folgende 32-zähnige Aufteilung auf: acht Schneide-, vier Eckzähne, acht kleine, zwölf große Backenzähne und vier Weisheitszähne. Die Zähne teilen sich in die drei Bereiche Zahnkrone, Zahnhals und Zahnwurzel auf und werden in ihrer Gesamtheit als Gebiss bezeichnet. Sie sind mit einer sehr harten, emailleartigen Schmelzschicht überzogen, die das darunter liegende weichere Dentin (härter als Knochen) schützt.. Die Schmelzschicht wird zur Wurzel hin dünner und endet am Übergang zum Wurzelzement. Im Inneren befindet sich eine Höhle (Pulpa), die über den Wurzelkanal den Zahn mit Nerven und Blutgefäßen versorgt.
Zahnäquator
größter Umfang eines Zahnes von der Schneidekante oder der Kaufläche aus gesehen. Er bestimmt die Lage einer Klammer als Halteelement für einen herausnehmbaren Zahnersatz.
Zahnarzt
die Berufsbezeichnung für Absolventen eines durch das Zahnheilkundegesetz vorgeschriebenen Studiums der Zahnheilkunde; auf Grund ihrer Approbation sind sie berechtigt, die Zahnheilkunde berufsmäßig auszuüben.
Zahnarzthelferin, zahnärztliche Helferin
auch zahnärztliche Helferin; Berufsbezeichnung für einen Ausbildungsberuf mit 3jähriger Lehrzeit und Abschlussprüfung vor der Zahnärztekammer.
Zahnbein
siehe unter Dentin.
Zahnbeläge
Sammelbegriff für alle Verunreinigungen auf der Zahnoberflächen einschließlich des Zahnfleischrandes. Unter weichen Belägen versteht man die zu ca. 80% aus Bakterien bestehende Plaque, unter harten Belägen Konkremente und Zahnstein. Daneben finden sich an Zähnen Verfärbungen, die durch z.B. durch Nikotin, Tee oder Rotwein und sogar durch Medikamente in Mundspüllösungen hervorgerufen werden können. Eine regelmäßige gründliche Mundpflege beugt der Belagbildung vor. Mit dem Rückgang des Knochens und dem daraus resultierendem Zahnfleischschwund sind immer mehr Bereiche des Zahnes einer vollständigen Reinigung nicht mehr zugänglich. Zur Entfernung der Beläge ist dann eine professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis nötig.
Zahnbett
Fachbezeichnung Parodontium.
Zahnen
laienhafte Bezeichnung für das Durchbrechen der Milchzähne durch die Mundschleimhaut. Dieser Vorgang ist häufig äußerst schmerzhaft und zusätzlich mit Fieber verbunden. Schmerzlindernde Gele können bei Kleinkindern nur sehr schwer aufgetragen werden, da sie sehr schnell verschluckt werden. Das Kauen von Fenchel und Feilchenwurzeln in Kombination mit kalten Umschlägen oder die Einnahme von homöopathischen Mitteln können mehr oder weniger Linderung verschaffen.
Zahnersatz
Wiederherstellen einer geschlossenen Zahnreihe mit einem dem Restgebiss in Form und Funktion gleichwertigen Ersatz. Man unterscheidet festsitzenden Zahnersatz, wie festzementierte Kronen und Brücken und herausnehmbaren Ersatz (Teilprothesen, Vollprothesen). Ebenso gibt es einen kombiniert festsitzend und herausnehmbaren Zahnersatz. Die Auswahl der Materialien bestimmt die Härte des Zahnschmelzes, der weicher als Keramik, aber oft härter als die meisten Edelmetalle ist. Die Pflege des Zahnersatzes ist genauso wichtig wie die der eigenen Zähne – tägliche Reinigung und regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt sind unerlässlich. Der herausnehmbare Ersatz sollte nach vorheriger Reinigung auch nachts im Mund verbleiben. Kronen und Brücken sind etwas aufwendiger zu reinigen als die eigenen Zähne; so sollten neben dem herkömmlichen Zähneputzen Zahnseide oder zumindest eine Munddusche verwendet werden.
Zahnflächen
haben in der Zahnheilkunde lateinischen Namen:

okklusal – auf der Kaufläche
mesial - vorne (zur Mitte des Kiefers hin)
distal - hinten (von der Mitte des Kiefers weg)
buccal - Außenseite der Backenzähne
labial – Außenseite der Schneide- und Eckzähne
palatinal – Innenseite der Zähne im Oberkiefer
lingual - Innenseite der Zähne im Unterkiefer
Zahnfleisch
siehe unter Parodontium, Gingiva.
Zahnhalteapparat
siehe unter Parodontium
Zahnheilkundegesetz
enthält die Bestimmungen zur Ausbildung, Approbation und Ausübung des Zahnheilkundeberufes: Ausübung der Zahnheilkunde ist die berufsmäßig, auf zahnärztlich wissenschaftliche Erkenntnisse gegründete Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (Diagnose und Therapie). Die Zahnheilkunde ist kein Gewerbe.
Zahnmark
auch Zahnnerv, Pulpa genannt.
Zahnnerven
jeder Zahn des Kiefers wird von Nerven versorgt, die alle vom Trigeminusnerv ausgehen. Es sind die feinsten Nervenendigungen des Trigeminus, die in der Pulpa des Zahns enden.
Zahnputztechniken
es werden zwar verschiedene Zahnputztechniken in der Literatur beschrieben, entscheidend jedoch ist die regelmäßige Anwendung nach jeder Mahlzeit, jedoch mindestens einmal pro Tag. Die Verwendung der Zahnbürste sollte grundsätzlich in kreisenden Bewegungen von „Rot nach Weiß“ ohne starken Druck erfolgen, da die Borsten durch das Umknicken keinen großen Reinigungseffekt haben. Das „Schrubben“ in horizontaler Richtung mit starkem Anpressdruck kann freiliegende Zahnhälse schädigen mit der Folge von keilförmigen Defekten.
Zahnschema
Orientierungssystem zur Darstellung der Zähne im menschlichen Gebiss. Das international am meisten verwendete Zahnschema teilt den Kiefer in vier Quadranten aus der Sicht des Betrachters auf, also die Blickrichtung des Zahnarztes auf den Patienten. Daher kommt es zu einer Vertauschung der Seiten: Links ist die rechte Seite des Patienten und umgekehrt. Den Quadranten werden so genannte „Leitzahlen“zugewiesen: Vom Patienten aus gesehen erhält der Oberkiefer rechts die 1, der Oberkiefer links die 2, der Unterkiefer links die 3 und der Unterkiefer rechts die 4. Dieser Zahl wird dann die „Zahnzahl“ nachgestellt, die ab der Mitte der Schneidezähne bis zum Weisheitszahn durchnummeriert wird. Der obere linke Eckzahn hat demnach die Nummer 23 (gesprochen zwei-drei), der untere rechte erste große Backenzahn die 46 (gesprochen vier-sechs). Die Systematik wird auch bei der Aufzählung der Milchzähne angewandt, die „Leitzahlen“ sind hier 5, 6, 7 und 8.
Zahnschutz
Zahnschutzauch als Boxer- oder Mundschutz bezeichnet; herausnehmbarer Schutz der Zähne aus einer flexiblen und doch festen Kunststoffschiene, die besonders bei verletzungsträchtigen Sportarten getragen werden sollte, z.B. Baseball, Hockey, Squash, Football etc.
Zahnstein
Zahnstein entsteht bei mangelnder Mundhygiene aus nicht entferntem Zahnbelag (verkalkte Plaque). Diese Plaque kristallisiert unterschiedlich schnelle aus, besonders an der Austrittsöffnung der großen Speicheldrüsen, also an den Außenflächen der großen Backenzähne und den Lingualflächen der unteren Schneidezähne. Die Entfernung im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung erfolgt meist mit Ultraschallinstrumenten; die anschließende Politur mit Pulverstrahlgeräten oder rotierenden Bürsten dient der Glättung der Zahnoberflächen, was eine weitere Besiedelung von Belägen erschwert.
Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001
siehe unter Qualitätsmanagement.
Zucker
süßes Kohlenhydrat aus pflanzlichem Ursprung, das in Wasser leicht löslich ist. Der kariogene Zucker stellt den Hauptnährboden für die Kariesbakterien dar, also der Hauptauslöser für Karies.
Zuckerersatzstoffe
Dieser auch Süßstoff genannte Ersatz ist etwa 300mal süßer als der Zucker. Da er keine Kohlenhydrate enthält, kann er auch keine Karies auslösen.
Zunge
lateinische Bezeichnung Lingua; dreipaariger, mit Schleimhaut bedeckter Muskel, der mit unterschiedlichen Funktionen ausgestattet ist: neben ihrer Eigenschaft als Tastorgan ist sie an der Lautbildung beteiligt, mit ihrer Muskelkraft unterstützt sie maßgeblich den Vorgang des Herunterschluckens von Nahrung, sie ist wichtig für den Saugakt und liefert einen entscheidenden Beitrag zur Geschmacksempfindung. Anatomisch teilt sich die blassrote Zunge in die frei bewegliche Zungenspitze, den Zungenkörper und die Zungenwurzel auf. Die Schleimhaut der Zunge ist bedeckt mit zahlreichen Drüsen und acht bis zwölf blattförmige, pilzförmige und umwallte Papillen mit etwa 2000 Geschmacksknospen. Die raue und zerklüftete Oberfläche der Zunge bietet Bakterien bei mangelnder Pflege einen idealen Nährboden. Die Selbstreinigung wird zwar beim Kauen und Sprechen durch Abgabe von Sekret unterstützt, aber die Oberfläche der Zunge sollte wie beim Zähneputzen täglich gereinigt werden.
Zyste
auch Kieferzyste genannt; rundlicher, von seiner Umwelt abgekapselter Hohlraum, der mit Flüssigkeit gefüllt ist. Im Gegensatz zu anderen Körperregionen kommen sie im Mundbereich relativ häufig vor und vergrößern sich langsam aber gutartig. Zysten können sich aus Zahnkeimen, Granulomen oder unfallbedingten Ursachen entwickeln. Bis zu einer gewissen Größe spürt der Patient keinen Schmerz, daher kann man Zysten meist nur auf Röntgenaufnahmen erkennen. Die Entfernung von Zysten erfolgt durch Operation oder durch eine so genannte Fensterung.

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